Theater

Ein Festival des Thalia Theaters

Lessingtage

© Matthias Horn

„Um alles in der Welt“: Die Lessingtage haben sich längst zu einem international renommierten Festival entwickelt, das mit künstlerischen Mitteln über die zentralsten Fragen des Weltgeschehens diskutiert.

Kulturelle Identität, religiöse Diversität, die Klimakrise, Einwanderung oder Weltbürgertum – mit den Lessingtagen richtet das Thalia Theater seit 2010 jedes Jahr seinen Fokus auf aktuelle weltpolitische und gesellschaftliche Diskurse und nähert sich diesen aus transkultureller, interdisziplinärer Perspektive. Teil des Programms sind neben internationalen Gastspielen und Eigenproduktionen auch Ausstellungen, Diskussionen und Lesungen. Fest integriert ist zudem die „Lange Nacht der Weltreligionen“ sowie die Festivaleröffnung durch bedeutende engagierte Persönlichkeiten – 2020 spricht beispielsweise die indische Physikerin Vandana Shiva, die damit Redner*innen wie Can Dündar, Ilija Trojanow oder Navid Kermani folgt.

Die Lessingtage verhandeln von Jahr zu Jahr auf künstlerische Weise das, was die Welt über den eigenen Horizont hinaus beschäftigt. Außerdem dient das Festival immer wieder zum Anlass, Werte oder Aussagen (deutscher) Klassiker in die heutige Zeit zu übertragen und Denkanstöße hin zu einer offenen, komplexen Gesellschaft zu geben. Aus diesen Gründen unterstützen wir das Festival seit vielen Jahren.

Festivalzeitraum jährlich im Januar/Februar
Veranstaltungsort Thalia Theater Hamburg
Förderzeitraum 2011-2020
Fördersumme 160.000 Euro
Webseite thalia-theater.de

Stadtentwicklung, Architektur

Ein Offshore-Campus für Städte in Transformation

Floating University Berlin

© Daniel Seiffert

Ein Labor für urbane Experimente: Die Floating University Berlin betrachtet die Stadt im Wandel und nimmt Routinen im städtischen Alltag unter die Lupe.

Weltweit befinden sich Städte im Umbruch; Metropolen setzen sich mit ökonomischen, gesellschaftlichen und ökologischen Parametern auseinander, entwerfen neue Konzepte, um bestehende Grenzen zu überwinden oder auszuweiten. Die Floating University Berlin (FUB) reagiert auf diese Entwicklungen und schafft 2018 einen Campus auf Zeit inmitten eines riesigen, alten Betonbeckens für Regenwasser am Rande des ehemaligen Flughafens Tempelhof.
Die Institution versteht sich als internationaler Ort des Austauschs über Strategien und Taktiken von Raumproduktion, als Einrichtung des voneinander Lernens und als Labor für urbane Experimente. Schwerpunkte sind transdisziplinäre Programme, vor allem auch Disziplinen, die untereinander traditionell wenig Kontakt haben: so zum Beispiel Stadtentwicklung und Tanz, Wasserwirtschaft und bildende Kunst, Architektur und Abfallmanagement oder islamische Theologie und Urban Design. Gesucht

wird nach neuen Formen städtischen Handelns, nach kooperativen Entwicklungen und Umsetzungen. Gleichzeitig leitet die FUB eine Testanlage zur ökologischen Regenwasseraufbereitung und leistet damit aktiv einen ökologischen Beitrag.
In Zeiten rasanter wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und klimatischer Veränderungen steht die Stadtentwicklung gegenwärtig vor einer Vielzahl an Herausforderungen. Die FUB eröffnet mit ihrem fächerübergreifenden Diskurs neue Perspektiven, schafft Vernetzung und Interaktion – nicht nur innerhalb der Lehrenden und Studierenden, sondern auch bewusst mit den Bewohner*innen und interessierten Besucher*innen. Diesen Ansatz unterstützen wir.

Lehraufnahme Mai 2018
Fördersumme 10.000 Euro
Veranstaltungsort Tempelhof, Berlin
Webseite floatinguniversity.org

Theater

Festival der Gegenwartsdramatik

Autorentheatertage und Radar Ost

© Ira Polyarnaya

Die „Autorentheatertage“ sind das wichtigste Festival für deutschsprachige Gegenwartsdramatik. Seit 2018 richtet die Veranstaltung mit „Radar Ost“ den Blick gezielt nach Osteuropa.

Internationale Produktionen, Gastspiele aus dem deutschsprachigen Raum und dazu drei Uraufführungen in einer Langen Nacht: Die Autorentheatertage am Deutschen Theater in Berlin bündeln Jahr für Jahr die Tendenzen des zeitgenössischen Autor*innentheaters in einem zweiwöchigen Festival.
Die Veranstaltung hat sich dabei kontinuierlich weiterentwickelt: 2015 fällt beispielsweise die inzwischen bewährte Entscheidung zur Produktion von Uraufführungen ausgewählter Stücke. 2018 folgt ein weiterer prägender Schritt: Die Einführung eines internationalen Auftakts mit Blick nach Osteuropa: Im Rahmen von „Radar Ost“ werden erstmals Inszenierungen aus Weißrussland, Ungarn, der Ukraine, Tschechien und Russland kompakt an einem Wochenende gezeigt. Die Eröffnung übernimmt Kirill Serebrennikov mit Who is happy in Russia? – eine Inszenierung über die Tatsache, dass Wohlstand und Glück nicht gleichbedeutend sind und das heutige Russland unter Putin nicht weniger provokativ als zu Zeiten

Nikolai Nekrasov ist. „Radar Ost“ trifft auf Zuspruch und wird in den kommenden Jahren fortgesetzt. Die Autorentheatertage erhalten jedes Jahr über 100 Einreichungen, von denen eine prominente und unabhängige Jury die Stückauswahl trifft. Gemeinsam mit den Gastspielen schafft die Veranstaltung einen Rahmen für relevante gesellschaftliche Debatten.
Mit der Einführung von „Radar Ost“ wird der Geschichtsverbundenheit zwischen Berlin und dem Osten nachgegangen und dabei Perspektiven einen Raum gegeben, die bisher kaum zu hören waren. Wir sind als Förderin seit 2007 an Bord.

Festivalzeitraum jährlich im Mai/Juni
Veranstaltungsort Deutsches Theater Berlin
Förderzeitraum Autorentheatertage: 2007-2018

Radar Ost: 2019

Fördersumme Autorentheatertage: 395.000 Euro

Radar Ost: 10.000 Euro

Webseite deutschestheater.de

Tanz, Nachwuchsförderung

Eine Tanztrilogie von Patricia Carolin Mai

Körper in Extremzuständen

© Jana Kühle

Wie reagieren Körper in Extremzuständen? Dieser Frage widmet sich Patricia Carolin Mai in einer interkulturellen Tanztrilogie.

Was passiert mit dem menschlichen Körper, wenn er Naturkatastrophen, Krieg oder Terror ausgesetzt ist? Welchen Impulsen folgt er und welche Erinnerungen bleiben in ihm eingeschrieben?
Die Hamburger Tänzerin und Choreographin Patricia Carolin Mai begibt sich auf eine Bewegungsrecherche und untersucht anhand von Interviews und eigenen Erfahrungen körperliche Reaktionen in Extremsituationen. Beeinflusst von einem längeren Aufenthalt in Tel Aviv entwickelt sie in ihrem Auftaktwerk „Ready to Snap“ eine Choreographie zweier kämpfender Körper, die nach dem Prinzip Aktion und Reaktion in ständiger Verhandlung zwischen Angriff und Flucht, Brutalität und Zartheit stehen. Für ihr zweites Stück „BalaganBody“ setzt die Künstlerin die Perspektive einer sich in Sicherheit fühlenden Hamburger Tänzerin den Empfindungen eines israelischen Tänzers entgegen, der aufgrund des Nahost-Konflikts permanenter Bedrohung ausgesetzt ist.
Im abschließenden Teil ihrer Trilogie arbeitet Mai schließlich mit 70 Laientänzer*innen zusammen und thematisiert das Gefühl der Hilflosigkeit und des Getriebenseins angesichts großer weltpolitischer Entwicklungen,

aber auch alltäglicher Dramen. Der Titel „Hamonim“ stammt dabei aus dem Hebräischen und bedeutet „Was die Masse bewegt“. Ausgelotet werden auch die Übertragung der Verletzung eines einzelnen Körpers auf die Gruppe und die Entstehung emotionaler Verbindungen.
Mai beweist mit „Körper in Extremzuständen“ eine eindrucksvolle Experimentierfreudigkeit und greift interkulturell gesellschaftlich relevante Themen auf. Für „Ready to Snap“ erhielt sie den Nachwuchspreis der Stadt Hamburg, alle Produktionen werden international aufgeführt. Wir freuen uns den Wagemut der talentierten Nachwuchskünstlerin unterstützen zu können, die die Trilogie auf ihren ersten Wegen nach dem Studium realisiert hat.

Aufführungen
  • „Ready to Snap“: 2016
  • „BalaganBody“: 2017
  • „Hamonin“: 2019
Veranstaltungsort Kampnagel, Hamburg
Fördersumme 5.000 Euro
Webseite patricia-carolin-mai.de

Kulturelle Bildung, Audience Development

Ein Festival von TONALi

Klassik in deinem Kiez

© Georg Tedeschi

Nicht zusehen, sondern selbst machen: Bei dem Festival „Klassik in deinem Kiez“ entwickeln und organisieren Schüler*innen innovative Konzertformate für aufstrebende Nachwuchspianist*innen.

Auf und hinter der Bühne: Beim Hamburger Festival „Klassik in deinem Kiez“ wird die Programmgestaltung der zwölftägigen Veranstaltung von Schüler*innen übernommen – als junge Manager*innen präsentieren sie Künstler*innen in ihrem Alter und organisieren zwölf Konzerte für Nachwuchspianist*innen der TONALi-Akademie. Die Darbietungen werden dabei an vielen unkonventionellen Orten gezeigt – zum Beispiel in der Bergedorfer Mühle oder in der Fischhalle Harburg.
Ziel des Festivals ist es, das Interesse der jungen Generation an klassischen Musikerlebnissen zu wecken, sie daran teilhaben zu lassen und die Auseinandersetzung aus verschiedenen Perspektiven zu vertiefen. Ob als Organisator*in, Moderator*in oder Musiker*in – die jungen Teilnehmer*innen packen überall mit an und lernen weit mehr, als dass Klassik auch fesselnd sein kann.

„Klassik in deinem Kiez“ ist eine Erfolgsgeschichte. Im Jahr 2017 wurde das Festival mit dem ECHO KLASSIK in der Kategorie „Preis für Nachwuchsförderung“ ausgezeichnet und hat sich damit binnen weniger Jahre zu einem gefragten Zentrum für zukunftsweisende Kultur-Impulse entwickelt. Doch anstatt sich auf dem Erfolg auszuruhen wird das Festival jährlich kritisch reflektiert und weiterentwickelt. So wird das Vorhaben, ein junges Publikum an Klassik heranzuführen, konsequent vorangetrieben. Die einzigartige Einbindung der jungen Generation in ein Festival und die spannende Perspektive des Audience Development unterstützen wir mit Überzeugung.

Festivalzeitraum jährlich im November
Veranstaltungsort verschiedene Orte in Hamburg
Förderzeitraum 2014-2019
Fördersumme 26.000 Euro
Webseite tonali.de

Bildende Kunst, Mixed

Gestaltung des Deutschen Pavillon auf der 58. Kunstbiennale Venedig durch Natascha Süder Happelmann

Ankersentrum

© Jasper Kettner

Auf Einladung der Kuratorin Franciska Zólyom gestaltet die Künstlerin Natascha Sadr Haghighian unter dem Namen Natascha Süder Happelmann den Deutschen Pavillon auf der Kunstbiennale in Venedig.

In „Ankersentrum“ befasst sich die Künstlerin mit den Formen und Möglichkeiten von Überleben, Widerstand und Solidarität. In den Pressekonferenzen erschien sie mit einem Stein aus Pappmaché auf dem Kopf und ließ sich von ihrer persönlichen Sprecherin Helene Duldung (Susanne Sachsse) vertreten. Das „Ankersentrum“ besteht aus einer raumgreifenden Installation, die mit ihren baulichen, skulpturalen und klanglichen Elementen den Raum des Deutschen Pavillons für eine unmittelbare somatische Erfahrung öffnet. Sechs Musiker*innen und Komponist*innen aus unterschiedlichen musikalischen Traditionen und Genres haben eigens für die Klanginstallation „tribute to whistle“ Beiträge geschaffen. Das maßgebliche Instrument ist die Trillerpfeife, deren durchdringender Klang zu vielfältigen Rhythmen und Sounds verarbeitet ist. Die sechs Klangbeiträge für jeweils acht Kanäle erklingen über 48 Lautsprecher, die in einer Gerüststruktur angeordnet sind.

Sie sind in sich ständig verschiebenden Konstellationen zu hören. Dadurch und durch die Bewegung der Besucher*innen im Raum entstehen sich verändernde Klangräume. Natascha Sadr Haghighian ist eine wichtige Stimme der Gegenwartskunst. In ihren Arbeiten stellt sie Konzepte wie Identität, Repräsentation, Fakt und Selbst immer wieder neu zur Verhandlung – beispielsweise mit Gründung der Tauschbörse für Lebensläufe bioswop.net oder der Anpassung ihres Namens an die „bedeutende repräsentative Herausforderung“ der Gestaltung des deutschen Pavillon. Sadr Haghighians nutzt die Mittel der Kunst im besten Sinne, um Gegebenes kritisch zu hinterfragen und gesellschaftliche Realitäten zu verändern. Diese Haltungsstärke steht im Einklang mit den Grundüberzeugungen der Rudolf Augstein Stiftung – wir freuen uns, die Arbeit Sadr Haghighians für die Biennale mit zu ermöglichen.

Präsentation 11. Mai bis 24. November 2019
Fördersumme 50.000 Euro
Veranstaltungsort 58. Kunstbiennale Venedig
Webseite deutscher-pavillon.org

Bildende Kunst, Mixed

Gestaltung des Deutschen Pavillon auf der 57. Kunstbiennale Venedig durch Anne Imhof

Faust

© Nadine Fraczkowski

„Faust“ von Anne Imhof ist eine schonungslose Untersuchung des Menschseins im 21. Jahrhundert. Die preisgekrönte Arbeit war der Deutsche Beitrag zur Kunstbiennale in Venedig 2017.

Anne Imhof gestaltete den Deutschen Pavillon auf der 57. Kunstbiennale in Venedig, für den sie eigens die raum- und zeitgreifende Arbeit „Faust“ entwickelte. Darin untersucht die Künstlerin, in welcher Weise die neuen technischen und ökonomischen Bedingungen auf den Menschen einwirken. Ihr Fokus liegt auf der Frage, inwiefern der optimierte und ökonomisierte Körper durch die mediale Vermittlung (mit)konstituiert wird. Eingeladen wurde Anne Imhof von der Kunsthistorikerin und Kuratorin Susanne Pfeffer, die für die Gestaltung des Pavillons verantwortlich zeichnete. „Faust“ wurde im Mai 2018 mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.
Anne Imhof, deren Arbeit „Angst“ bereits von der Stiftung gefördert wurde, ist es mit „Faust“ gelungen, ein existenzielles Werk zu schaffen. Die Performer in „Faust“ sind vom Spätkapitalismus dressiert, von Biopolitik beherrscht und haben sich der medialen Dauerbeobachtung längst ergeben.

Die Arbeit entlarvt die Abgründe der Conditio humana des 21. Jahrhunderts und legt die herrschenden Machtstrukturen schonungslos frei. Dabei fordert sie den Besucher permanent heraus und entwickelt einen eigenwilligen Sog. „Faust“ ist nicht nur eine lange nachwirkende Erfahrung, sondern ein künstlerischer Glücksfall.
Anne Imhof (*1978) graduierte 2012 an der Städelschule in Frankfurt am Main als Meisterschülerin von Judith Hopf. Ihr Werk umfasst Zeichnungen, Malerei und Musik sowie performative und installative Arbeiten. 2015 wurde Imhof mit dem Preis der Nationalgalerie ausgezeichnet und 2017 von der Kunstzeitschrift „Monopol“ zur Künstlerin des Jahres gekürt.

Präsentation 13. Mai bis 26. November 2017
Fördersumme 60.000 Euro
Veranstaltungsort 57. Kunstbiennale Venedig
Webseite deutscher-pavillon.org

Bildende Kunst, Mixed

Gestaltung des Deutschen Pavillon auf der 58. Kunstbiennale Venedig durch Natascha Sadr Haghighian

© Stefan Fischer

Eine klare künstlerische Haltung und ein intelligentes Spiel mit Identitäten: Die Künstlerin Natascha Sadr Haghighian gestaltet den Deutschen Pavillon auf der Kunstbiennale in Venedig 2019.

Natascha Sadr Haghighian ist eine wichtige Stimme der Gegenwartskunst. In ihren Arbeiten stellt sie Konzepte wie Identität, Repräsentation, Fakt und Selbst immer wieder neu zur Verhandlung – beispielsweise mit ihrer Gründung der CV-Tauschbörse bioswop.net oder der Anpassung ihres Nachnamens an die „bedeutende repräsentative Herausforderung“ der Gestaltung des Deutschen Pavillon. Dabei thematisiert sie stets den aktivistischen Aspekt von Kunst und lotet Möglichkeiten künstlerischen Handeln neu aus. Bestes Beispiel dafür ist Sadr Haghighians Engagement für die Society of Friends of Halit, die den institutionellen Rassismus bei der Untersuchung des Todes des neunten NSU-Opfers an die Öffentlichkeit brachte.

Für die Kunstbiennale in Venedig 2019 wurde sie von der Kuratorin Franciska Zólyom eingeladen, den Deutschen Pavillon zu gestalten. In diesem Rahmen wird Sadr Haghighians unter anderem Fragen des Zugangs thematisieren. Gibt es doch viele Barrieren und Ausschlussmechanismen, die entlang von sozialer Zugehörigkeit, von finanziellem Vermögen, von Bildung verlaufen. Diesen Fragen transdisziplinär und mit einer poetischen Stimme zu begegnen, erscheint uns wichtig – deshalb haben wir schon jetzt unsere Unterstützung zugesagt. Sadr Haghighians nutzt die Mittel der Kunst im besten Sinne, um Gegebenes kritisch zu hinterfragen und gesellschaftliche Realitäten zu verändern. Diese Haltungsstärke steht im Einklang mit den Grundüberzeugungen der Rudolf Augstein Stiftung – wir freuen uns, die Arbeit Sadr Haghighians Arbeit für die Biennale mit zu ermöglichen.

Musiktheater

Förderung herausragender Inszenierungen seit 2013

Ruhrtriennale – Festival der Künste

© Wonge Bergmann

Experimentelle Uraufführungen vor eindrucksvoller Kulisse – die Ruhrtriennale ist ein Ausnahmefestival der zeitgenössischen Künste.

Die Ruhrtriennale ist das internationale Festival für zeitgenössische Kunst in der Metropole Ruhr. Jedes Jahr lädt das Festival herausragende Künstler*innen ein, die einmalige Industriearchitektur des Ruhrgebiets zu bespielen. Hallen, Kokereien, Maschinenhäuser, Halden und Brachen des Bergbaus und der Stahlindustrie verwandeln sich in beeindruckende Aufführungsorte für Musiktheater, Schauspiel, Tanz, Performance und Bildende Kunst. Im Zentrum des Programms stehen spartenübergreifende Uraufführungen und Neuinszenierungen, die die Besonderheiten der jeweiligen Spielstätte aufgreifen. Zudem wird die Programmausrichtung maßgeblich von der Intendanz bestimmt, die alle drei Jahre neu berufen wird. Seit 2018 leitet Stefanie Carp das Festival.
Wir unterstützen seit 2013 regelmäßig eine Neuproduktion im Rahmen der Ruhrtriennale. Das Festival nimmt eine einzigartige Stellung in der Kulturlandschaft Deutschlands ein – und das nicht nur aufgrund der Symbiose aus Kunst und Industriekultur. Die Ruhrtriennale schafft es, die herausragendsten Positionen der Gegenwartskunst mit den lokalen Begebenheiten eines ehemaligen Industriestandorts in Bezug zu setzen.

Das Programm zeichnet sich gleichermaßen durch einen hohen künstlerischen Anspruch wie eine unbedingte Offenheit für kreative Experimente aus. Dabei lösen viele der Produktionen die Grenzen zwischen den Genres konsequent auf, sind ebenso Konzert, Choreographie, Performance oder Installation. Die Ruhrtriennale entspricht damit in bestem Sinne unserem Motto im künstlerischen Bereich „Außergewöhnliches ermöglichen“.

Aufführungen
  • Harry Partch: „Delusion of the Fury“, Regie: Heiner Goebbels: 2013
  • Louis Andriessen: „De Materie“, Regie: Heiner Goebbels: 2014
  • Luigi Nono: „Prometeo“, Musikalische Leitung: Ingo Metzmacher, Matilda Hofman: 2015
  • „Die Fremden“ nach einem Roman von Kamel Daoud, Regie: Johann Simons: 2016
  • Hans Werner Henze: „Das Floß der Medusa“, Regie: Kornél Mundruczó: 2018
Fördersumme 130.000 Euro
Webseite ruhrtriennale.de

Musik, Audience Development

Eine Konzertreihe des Ensemble Resonanz

Urban string

© Jann Wilken

Die Konzertreihe „urban string“ vereint Kammermusik und Clubkultur und begeistert jeden Monat neu.

Mit der Konzertreihe „urban string“ holt das Ensemble Resonanz klassische Musik in das urbane Nachtleben. Mitten im Hamburger Bezirk St. Pauli präsentieren die Musikerinnen und Musiker monatlich ein eigens entwickeltes abwechslungsreiches Programm.
Jeder Abend verknüpft alte und neue Musik auf innovative und persönliche Weise. Meisterwerke der Kammermusik treffen auf zeitgenössische Kompositionen – die charmante Moderation der Musiker*innen setzt den thematischen Rahmen. Kooperationen mit DJs und Künstler*innen anderer Sparten bauen weitere programmatische Brücken und prägen die besondere Atmosphäre von „urban string“. Ziel der Konzertreihe ist es, klassische Musik alltagstauglich zu machen und in den Stadtteil zu integrieren. 2016 wurde „urban string“ mit dem Innovation Award der Classical Next ausgezeichnet.
Die Konzertreihe „urban string“ steht für Offenheit und den Mut, neue Wege zu gehen. Mit seiner Experimentierfreude begeistert das Ensemble Resonanz ein neues, vornehmlich junges Publikum für Kammermusik.

Dieser Erfolg sowie der künstlerische Anspruch von „urban string“ überzeugen uns, deshalb fördern wir das Format.
Das Ensemble Resonanz zählt zu den führenden Kammerorchestern weltweit. Seit 2017 hält das demokratisch organisierte Streichorchester eine Residenz in der Elbphilharmonie. Kennzeichnend für die Arbeit des Ensembles ist die innovative Verbindung von neuen und alten musikalischen Werken sowie die Präsentation klassischer Musik in ungewohnten Kontexten.

Aufführung Monatlich
Veranstaltungsort resonanzraum St. Pauli (Bunker Feldstraße), Hamburg
Förderzeitraum 2013-2019
Fördersumme 68.000 Euro
Webseite ensembleresonanz.com