Bildende Kunst, Mixed

Gestaltung des Deutschen Pavillon auf der 58. Kunstbiennale Venedig durch Natascha Süder Happelmann

Ankersentrum

© Jasper Kettner

Auf Einladung der Kuratorin Franciska Zólyom gestaltet die Künstlerin Natascha Sadr Haghighian unter dem Namen Natascha Süder Happelmann den Deutschen Pavillon auf der Kunstbiennale in Venedig.

In „Ankersentrum“ befasst sich die Künstlerin mit den Formen und Möglichkeiten von Überleben, Widerstand und Solidarität. In den Pressekonferenzen erschien sie mit einem Stein aus Pappmaché auf dem Kopf und ließ sich von ihrer persönlichen Sprecherin Helene Duldung (Susanne Sachsse) vertreten. Das Ankersentrum besteht aus einer raumgreifenden Installation, die mit ihren baulichen, skulpturalen und klanglichen Elementen den Raum des Deutschen Pavillons für eine unmittelbare somatische Erfahrung öffnet. Sechs Musiker*innen und Komponist*innen aus unterschiedlichen musikalischen Traditionen und Genres haben eigens für die Klanginstallation „tribute to whistle“ Beiträge geschaffen. Das maßgebliche Instrument ist die Trillerpfeife, deren durchdringender Klang zu vielfältigen Rhythmen und Sounds verarbeitet ist. Die sechs Klangbeiträge für jeweils acht Kanäle erklingen über 48 Lautsprecher, die in einer Gerüststruktur angeordnet sind.

Sie sind in sich ständig verschiebenden Konstellationen zu hören. Dadurch und durch die Bewegung der Besucher*innen im Raum entstehen sich verändernde Klangräume. Natascha Sadr Haghighian ist eine wichtige Stimme der Gegenwartskunst. In ihren Arbeiten stellt sie Konzepte wie Identität, Repräsentation, Fakt und Selbst immer wieder neu zur Verhandlung – beispielsweise mit Gründung der Tauschbörse für Lebensläufe bioswop.net oder der Anpassung ihres Namens an die „bedeutende repräsentative Herausforderung“ der Gestaltung des deutschen Pavillon. Sadr Haghighians nutzt die Mittel der Kunst im besten Sinne, um Gegebenes kritisch zu hinterfragen und gesellschaftliche Realitäten zu verändern. Diese Haltungsstärke steht im Einklang mit den Grundüberzeugungen der Rudolf Augstein Stiftung – wir freuen uns, die Arbeit Sadr Haghighians für die Biennale mit zu ermöglichen.

Präsentation11. Mai bis 24. November 2019
Fördersumme50.000 Euro
Veranstaltungsort58. Kunstbiennale Venedig
Webseitedeutscher-pavillon.org