Tanz

Marcelo Doño im Lichthoftheater

Grind me

 

© Tanja Hall

In der Soloperformance Grind Me wendet der argentinisch-spanische Tänzer Marcelo Doño den Blick in die dunklen Ecken der Sexualität im digitalen Zeitalter.

Doño entwickelt Grind Me auf Basis seiner eigenen Erfahrung und jener weiterer Nutzer*innen mit der Dating-App Grindr, die sich an eine queere, homo-, trans- und bisexuelle Community richtet. Dabei wird Intimität zur begehrten Ware und die Grenzen zwischen digitaler (Selbst-)darstellung, Realität und der Objektivierung des eigenen, nackten Körpers scheinen zu verwischen.

In Zusammenarbeit mit einer Videokünstlerin untersucht er den hyper-sexualisierten Körper in der digitalen Welt und wie dadurch die Art, wie er sich präsentiert, neu definiert wird. Schonungslos bietet Doño auch kritische Einblicke in ein soziales Phänomen und seine negativen psychischen Folgen wie Depressionen oder Sexsucht.

So gibt er jenen Nutzer*innen ein Gesicht, die unter der Nutzung des Angebots leiden.

Die digitale Anonymität hemmt oftmals eine offene Auseinandersetzung mit der Selbst- und Fremddarstellung von Sexualität. Grind Me wirkt dieser Tendenz entgegen und lässt sich auch auf andere digitale Wirklichkeiten übertragen. Mit der Förderung unterstützt die Rudolf Augstein Stiftung das erste Solostück des jungen Nachwuchschoreografen.

FörderzeitraumSeptember 2020
VeranstaltungsortLichthoftheater, Hamburg
Fördersumme1.000 Euro
Webseitemarcelodono.com