Hamburg,
10. Dezember 2025
Der Media Forward Fund finanziert ein innovatives Audio-Format für Sachsen-Anhalt in einer Kooperation mit dem Podcastradio detektor.fm aus Leipzig – das Förderangebot wird im Jahr 2026 um Strategy Grants erweitert – nächster Call der Allgemeinen Förderlinie startet am 9. Februar 2026.
Berlin / Wien / Zürich – 10. Dezember 2025: Aus 79 Bewerbungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hat die Jury des Media Forward Fund das Podcastradio detektor.fm der BEBE Medien aus Leipzig für eine Unterstützung ausgewählt. Damit stärkt der gemeinnützige Fund erstmals eine gemeinwohlorientierte Medienorganisation, die mittels eines Audio-Formates in Kombination mit Newsletter und Events die Informationsversorgung aus und für Ostdeutschland gezielt stärken möchte.
Neues Audio-Angebot stärkt Informationszugang in Sachsen-Anhalt
Für seine Kooperation mit dem Media Forward Fund erhält detektor.fm 500.000 Euro, um im Rahmen seiner Regionalisierungsstrategie ein neues Podcast-Angebot für Sachsen-Anhalt vor der Wahl zu starten. Für den Aufbau und die nachhaltige Bindung einer regionalen User-Community sind neben dem wöchentlichen Podcast- und Newsletter-Angebot auch vier Live-Events in Sachsen-Anhalt geplant. Ziel ist eine Erhöhung der Newsletter-Subscriber:innen um ein Siebenfaches sowie eine Steigerung der Podcast-Follower:innen von detektor.fm um mindestens 20 Prozent. Der Fortbestand des Newsletters und des Podcasts soll auch nach der Kooperation sichergestellt werden.
„Die Aufrechterhaltung eines stabilen Informationsökosystems wird zunehmend schwieriger, da die Rahmenbedingungen für Anbieter verlässlicher Informationen – insbesondere in regionalen Märkten – immer problematischer werden“, begründet die Jury ihre Entscheidung: „Vor diesem Hintergrund hat sich detektor.fm in Ostdeutschland über sechzehn Jahre hinweg als widerstandsfähige Medienorganisation mit einem innovativen Audio-Ansatz etabliert.“ Die Jury freue sich, die nächste Entwicklungsphase von detektor.fm mit einem Podcastprojekt zu unterstützen, das die Medienvielfalt bereichert und den unabhängigen Journalismus in Sachsen-Anhalt stärkt, heißt es in der Begründung der Jury.
Der unabhängigen Expert:innen-Jury aus dem DACH-Raum gehören Yves Daccord (CH), Maria Exner (DE), Lucy Kueng (CH), Eva Schulz (DE) und Patrick Swanson (AT) an. Sie entscheiden entlang transparenter Kriterien in zwei Calls der Allgemeinen Förderlinie pro Jahr, welche gemeinwohlorientierten Medienorganisationen finanzielle Unterstützung des Media Forward Fund erhalten. Seit seiner Gründung vor eineinhalb Jahren hat die Jury elf Medienorganisationen im DACH-Raum in bislang drei Calls mit insgesamt mehr als drei Millionen Euro unterstützt.
Neue Förderlinie 2026: Media Forward Fund führt erstmals „Strategy Grants“ ein
Der Media Forward Fund erweitert sein Förderangebot und führt im Jahr 2026 eine neue Förderlinie ein. Neben den etablierten „Launch Grants“ und „Growth Grants“ werden 2026 erstmals „Strategy Grants“ ausgeschrieben.
Während „Launch Grants“ Medienorganisationen dabei unterstützen, neue Angebote, Formate, Vertriebswege oder Erlösquellen erfolgreich in den Markt einzuführen, setzen die „Strategy Grants“ direkt nach der Marktetablierung an. Die einjährige Förderung ermöglicht es Medienprojekten, Wachstumsannahmen für ein konkretes Angebot, Format, Vertriebsweg oder Erlösquelle systematisch zu überprüfen: Durch Marktstudien, Nutzerforschung und gezielte Tests sollen gemeinwohlorientierte Geschäftsmodelle validiert und weiterentwickelt werden.
Ziel der neuen Förderlinie ist die Entwicklung einer praxisnahen, umsetzbaren Wachstumsstrategie. Geförderte Organisationen erhalten während des Prozesses ein begleitendes Coaching. Gleichzeitig dienen die „Strategy Grants“ als Hinführung für eine mögliche Bewerbung für die „Growth Grants“ der Allgemeinen Förderlinie, die Medienorganisationen dabei unterstützen, ihr gemeinwohlorientiertes Geschäftsmodell ins Wachstum zu bringen und den nächsten Entwicklungsschritt hin zu verstärkter finanzieller Tragfähigkeit zu gehen.
„Mit den neuen „Strategy Grants“ schließen wir die Finanzierungslücke zwischen Markteinführung und Wachstum von zukunftsfähigen Geschäftsmodellen im Journalismus“, sagt Martin Kotynek, Gründungsgeschäftsführer des Media Forward Fund: „Gemeinnützige Medienorganisationen erhalten damit die Möglichkeit, ihre Ideen gezielt zu testen und eine Wachstumsstrategie abzuleiten – ein entscheidender Schritt, um langfristig erfolgreich gemeinwohlorientierten Journalismus machen zu können.“
Die erste Ausschreibung der „Strategy Grants“ erfolgt im September 2026. Der nächste Call mit „Growth Grants“ in der Allgemeinen Förderline für Deutschland, Österreich und Schweiz startet am 9. Februar 2026.
Über den Media Forward Fund
Der erste länderübergreifende Fund für Journalismusförderung in Deutschland, Österreich und der Schweiz setzt sich dafür ein, dass es mehr unabhängige Qualitätsmedien mit tragfähigen Geschäftsmodellen gibt, die starke, vertrauenswürdige Inhalte publizieren und sich langfristig nachhaltig finanzieren. Damit soll die Vielfalt im gemeinwohlorientierten Journalismus und damit die Demokratie gestärkt werden.
Der Media Forward Fund wurde auf Initiative der Rudolf Augstein Stiftung, Schöpflin Stiftung, Stiftung Mercator Schweiz, Volkart Stiftung, ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, Allianz Foundation, Stiftung für Medienvielfalt, ERSTE Stiftung, DATUM STIFTUNG für Journalismus und Demokratie, der MacArthur Foundation (USA) sowie des Impact Investors Karma Capital Group, und Publix – Haus für Journalismus & Öffentlichkeit im Juli 2024 als gemeinnütziger Fund gegründet. Im Rahmen einer neuen Förderlinie für Wissenschafts- und Datenjournalismus waren im Januar 2025 fünf weitere Stiftungen aus Deutschland zum Fund gestoßen. Im März kam die Deutsche Postcode Lotterie hinzu, im September das deutsche Bundesministerium für Forschung, Technik und Raumfahrt. Die Entwicklung des Funds wurde von der Beauftragten der deutschen Bundesregierung für Kultur und Medien mit einer Projektförderung unterstützt.
Der Fund ist bis dato mit elf Millionen Euro dotiert. Durch die Governance des Fund ist sichergestellt, dass die Entscheidung, wer eine Förderung erhält, unabhängig von den Geldgebern (privat wie öffentlich) getroffen wird.
Hamburg,
15. Juli 2025
Sechs Medien erhalten Förderungen in Gesamthöhe von 1,5 Millionen Euro, davon vier Redaktionen aus Deutschland und zwei aus der Schweiz – ausgezeichnet wurden transformative Geschäftsmodelle, um Lokaljournalismus zu finanzieren, sowie Wissenschafts- und Datenjournalismus – Patrick Swanson neu in der Jury – nächster Call startet am 11. August 2025
Berlin / Wien / Zürich – 15. Juli 2025: Der vor einem Jahr gegründete Media Forward Fund (MFF) zur Stärkung des gemeinwohlorientierten Journalismus und der Demokratie in Deutschland, Österreich und der Schweiz präsentiert heute die neuen Förderpartner aus dem zweiten Fördercall. Sechs Medien erhalten Förderungen in Gesamthöhe von 1,5 Millionen Euro: In der Allgemeinen Förderlinie (GEN) spricht die unabhängige Jury drei Medien eine Förderung von jeweils bis zu 400.000 Euro zu, davon einem aus Deutschland und zweien aus der Schweiz. In der neuen Förderlinie Wissenschafts- und Datenjournalismus (SCI) erhalten drei weitere Medien aus Deutschland Launch Grants von jeweils bis zu 100.000 Euro.
Die Jury hat aus 113 Bewerbungen aus dem gesamten DACH-Raum diesmal drei Lokalmedien ausgewählt, die mit drei verschiedenen Geschäftsmodellen arbeiten, um gemeinwohlorientierten Lokaljournalismus zu finanzieren: von tief verankertem Community-Journalismus nahe an einer urbanen Zielgruppe vor Ort über hyperlokale, KI-gestützte Informationsangebote im ländlichen Raum bis hin zur strategischen Erschließung von Gemeinden im suburbanen Bereich als neue Finanzierungspartner.
„Mit ihrer Entscheidung sendet die Jury ein klares Signal, dass es im Lokaljournalismus viele transformative Geschäftsmodelle mit Zukunftschancen gibt“, sagt Martin Kotynek, Gründungsgeschäftsführer des Media Forward Fund. „Mit der Förderung können wir einen Beitrag leisten, diese gemeinwohlorientierten Modelle ins Wachstum zu bringen, damit Lokalmedien sich unabhängiger finanzieren können. So können sie als Blaupause für Lokalmedien im gesamten DACH-Raum dienen.“
Die Förderpartner der Allgemeinen Förderlinie (GEN)
- Das gemeinnützige Schweizer Lokalmedium Bajour, das täglich mehr als 20.000 Menschen erreicht und sich seit 2019 mit seinem per Newsletter versendeten Basel Briefing als wichtiges journalistisches Angebot in Basel etablieren konnte, erhält eine Förderung in Höhe von 400.000 Euro. Mit der Förderung möchte Bajour sein Basel Briefing mit hyperlokalisierten News auf die zehn einwohnerstärksten Vorortgemeinden von Basel ausweiten. Zudem sollen informationspflichtige Gemeinden als finanzielle Kooperationspartner gewonnen und neue zahlende Unterstützende und zusätzliche Werbeeinnahmen generiert werden. Die Jury würdigt den Ansatz des “deep local journalism“: „Bajour bietet ein in Ton und Sprache zielgruppengerecht und leicht zugängliches Angebot passend zu den kommunikativen Bedürfnissen der lokalen Zielgruppe. Der Ansatz, Gemeinden als Einnahmequelle in seinen Vertriebskanälen zu erschließen, hat das Potenzial, als Vorbild für lokaljournalistische Innovation für die gesamte DACH-Region zu dienen.“
- Mit dem deutschen Lokalmedium loky* aus dem Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg, das durch alltagsnahen Newsletter-Journalismus und regelmäßigen Austausch eine Local News Community aufbauen möchte, geht der MFF eine Kooperation in Höhe einer Projektfinanzierung von 400.000 Euro ein. Ziel ist es, das Berichtsgebiet und Angebot auf benachbarte Ortsteile auszuweiten und so zusätzliche Newsletter-Abonnements zu gewinnen. loky* überzeugte die Jury als Vorreiter für urbanen Community-Journalismus mit hoher Relevanz direkt vor Ort: „loky* versteht die besonderen Bedürfnisse und Themen der lokalen Zielgruppe und hat darauf ein starkes und überzeugendes Markenkonzept gebaut. Besonders gefallen haben Leichtigkeit, Neugier und Optimismus als Antwort auf das Phänomen der Nachrichtenvermeidung.“
- Neue digitale Dorfzeitungen: Spatz ist eine Schweizer Digitalplattform, die ein Netzwerk KI-gestützter hyperlokaler Nachrichtenquellen via Newsletter und WhatsApp aufbaut – von und für die Dorfgemeinschaft. Der Media Forward Fund unterstützt mit 400.000 Euro die Skalierungsstrategie der gemeinnützigen Medienorganisation Spatz und eine Ausweitung von bisher acht auf mindestens zwanzig digitale Dorfzeitungen im DACH-Raum. Zudem soll ein nachhaltiger Finanzierungsmix aus Mitgliedschaften und der Erschließung lokaler Werbemärkte etabliert werden. „Spatz füllt mit seinen KI-generierten journalistischen Angeboten jene Lücken im ländlichen Raum, die der traditionelle Journalismus hinterlassen hat“, heißt es in der Begründung der Jury. „Wir sehen ein interessantes und innovatives Geschäftsmodell mit hohem Skalierungspotenzial, um ländliche und dünn besiedelte Regionen in der Schweiz und darüber hinaus zu versorgen.“
Die Förderpartner der Förderlinie Wissenschafts- und Datenjournalismus (SCI)
Anders als in der Allgemeinen Förderlinie, wo Fördermittel für das Wachstum von bereits auf dem Markt erprobten, gemeinwohlorientierten Geschäftsmodellen vergeben werden, waren in der Förderlinie für Wissenschafts- und Datenjournalismus „Launch Grants“ ausgeschrieben, die ein Vorhaben von der Idee zum Launch unterstützen sollen. Diese Förderlinie wird in Kooperation mit dem Wissenschaftspressekonferenz e.V. (WPK) angeboten.
- Mit der gemeinwohlorientierten Wissenschaftsredaktion von TWENTYTWO Film aus Köln, die mit der Marke Doktor Whatson bereits auf YouTube reichweitenstarken, niedrigschwelligen Wissenschaftsjournalismus für junge Zielgruppen produziert, geht der MFF eine Kooperation in Höhe einer Projektfinanzierung von 100.000 Euro ein. Im Rahmen des Projekts soll für die erfolgreiche Marke ein neues Instagram-Format gelauncht werden, das mit kreativen Datenvisualisierungen zu relevanten Themen für junge Menschen informiert. Die Jury lobt die klare Zielgruppenorientierung sowie den experimentierfreudigen Drive des Projekts: „TWENTYTWO Film zeigt, dass fundierter Wissenschaftsjournalismus auch auf aufmerksamkeitsökonomisch geprägten Plattformen wie YouTube funktionieren kann. Besonders hervorhebenswert: Die Produktion soll unabhängiger von einzelnen Hosts werden.“
- Die investigative Recherche- und Transparenzplattform FragDenStaat, die auf Basis von Auskunftsrechten amtliche Informationen auf Landes- und EU-Ebene anfordert und protojournalistisch für Kooperationen mit großen Medienpartnern wie dem ZDF Magazin Royale auswertet, wird mit 75.000 Euro gefördert. Mit dem Bundespressekonferenz-Tracker möchte FragDenStaat ein datenjournalistisches Tool umsetzen, das Statements von Bundesministerien, Sachfragen und Antworten der Mitglieder der Bundespressekonferenz dokumentiert, verschlagwortet und kategorisiert, um über lange Zeiträume aufzuzeigen, welche Themen viel und welche kaum diskutiert werden. Die Jury hebt die protojournalistische Infrastrukturarbeit hervor, die andere Medien dazu anregt, ein Thema ins Licht zu rücken, das sonst verborgen bliebe: „Das Projekt von FragDenStaat stärkt die Funktion der Bundespressekonferenz als Gegenstand der Berichterstattung. Als datenjournalistisches Innovationstool macht es Diskurse nachhaltig transparent und nachvollziehbar. Zudem hat es das Potenzial, sich positiv auf andere datengetriebene Geschäftsmodelle auszuwirken.“
- Die deutsche Plattform Dekoder, die als Schnittstelle zwischen Journalismus und Wissenschaft relevante Beiträge aus dem unabhängigen, nicht-staatlichen russisch-, belarussisch- und ukrainischsprachigen Journalismus kuratiert, übersetzt und kontextualisiert, erhält eine Förderung von 75.000 Euro. Mit einem neuen Newsletter-Angebot plant Dekoder, künftig zwei wöchentliche Newsletter zu veröffentlichen: Einen auf Deutsch, der über aktuelle Geschehnisse in Russland, der Ukraine und Belarus informiert, und einen weiteren für eine russischsprachige Leserschaft, der wissenschaftlich fundierte Einordnungen zu Deutschland liefert. „Kuratierung wird immer wichtiger in Zeiten von Informationsüberfluss und fragmentierten Öffentlichkeiten. Indem Dekoder einschlägige Beiträgekuratiert und übersetzt, bieten sie eine zuverlässige Informationsquelle in einem von Propaganda geprägten Mediensegment“, begründet die Jury ihre Entscheidung. „Dekoder ist uns mit datenjournalistischen Projekten bereits positiv aufgefallen und wir unterstützen die Transformation hin zu einem eigenständigen journalistischen Format.“
Klares Bekenntnis zu Lokaljournalismus und Transformation
Lokaljournalismus bietet eine wesentliche Grundlage für Information und Teilhabe an der Demokratie, steht aber durch den Druck auf das Printmodell unter besonderen Herausforderungen, sich zu finanzieren. Der Media Forward Fund fördert in seinen bisher zwei Förderrunden mit Bajour, loky*, Spatz und Tsüri inzwischen vier unterschiedliche lokaljournalistische Modelle, die eine Lösung auch jenseits ihrer Region sein können.
„Auch die öffentliche Hand sollte solche transformativen Ansätze fördern, Lokaljournalismus unabhängig zu finanzieren, um eine Versorgung mit verlässlicher Information im Bundesland, im Kanton und in der Gemeinde sicherzustellen“, fordert Martin Kotynek, Gründungsgeschäftsführer des Media Forward Fund. Dabei sollte die Förderung staatsfern organisiert sein, also in einer Form, bei der die Geldgeber nicht selbst entscheiden, wer das Fördergeld erhalten soll, um die Unabhängigkeit der geförderten Medien sicherzustellen.
Der MFF-Gründungsgeschäftsführer ortet besonders im österreichischen Förderwesen Verbesserungsbedarf, da es dieses Mal keine der 20 Bewerbungen aus Österreich ins Finale geschafft haben: „Die staatliche Förderung in Österreich führt Medien auf den Holzweg. Anstatt transformative Ansätze zu belohnen, wird weiterhin stark das Printmodell unterstützt. Im DACH-Vergleich kann sich diese Praxis nicht behaupten.“
Wechsel in der Besetzung der Jury
Der Jury der Förderlinie GEN gehörten – wie im ersten Call – Yves Daccord, Maria Exner, Lucy Kueng, Eva Schulz und Evelyn Hemmer an. Die Mitglieder der Jury der Förderlinie SCI waren Christina Elmer, Helmut Schönenberger und Jakob Simmank. Um eine einheitliche Bewertung der Vergabekriterien über alle Förderlinien sicherzustellen, ergänzten Eva Schulz, Evelyn Hemmer und Lucy Kueng die SCI-Jury.
Evelyn Hemmer wird künftig den Jurys des Media Forward Fund nicht mehr angehören, da sie als Medienreferentin ins österreichische Vizekanzleramt wechselt. Ihren Sitz in den Jurys übernimmt ab dem nächsten Call der österreichische Journalist Patrick Swanson. Er hat kürzlich das John S. Knight Journalism Fellowship an der Stanford Universität absolviert und in San Francisco Verso, ein Beratungsunternehmen für KI-Transformation, gegründet. Swanson unterstützt Medienhäuser, Non-Profits und Unternehmen in Europa und den USA bei der Entwicklung innovativer digitaler Strategien und zukunftsfähiger Geschäftsmodelle. Zu seinen journalistischen Stationen zählt unter anderem der ORF, wo er für die Zeit im Bild die reichweitenstärksten Social-Media-Kanäle des Landes aufbaute.
Nächster MFF-Call startet im August
Die nächste Förderrunde startet am 11. August 2025. Bewerbungen sind bis 22. August möglich. Die Bewerbungsphase wird erneut von online Info-Sessions auf Deutsch, Englisch und Französisch begleitet – sowie mit einer Präsenzveranstaltung am 7. August in Leipzig, mit besonderem Fokus auf Ostdeutschland.
Über den Media Forward Fund
Der erste länderübergreifende Fund für Journalismusförderung in Deutschland, Österreich und der Schweiz setzt sich dafür ein, dass es mehr unabhängige Qualitätsmedien mit tragfähigen Geschäftsmodellen gibt, die starke, vertrauenswürdige Inhalte publizieren und sich langfristig nachhaltig finanzieren. Damit soll die Vielfalt im gemeinwohlorientierten Journalismus und damit die Demokratie gestärkt werden.
Der Media Forward Fund wurde auf Initiative der Rudolf Augstein Stiftung, Schöpflin Stiftung, Stiftung Mercator Schweiz, Volkart Stiftung, ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, Allianz Foundation, Stiftung für Medienvielfalt, ERSTE Stiftung, DATUM STIFTUNG für Journalismus und Demokratie, der MacArthur Foundation (USA) sowie des Impact Investors Karma Capital Group, und Publix – Haus für Journalismus & Öffentlichkeit im Juli 2024 als gemeinnütziger Fund gegründet. Im Rahmen einer neuen Förderlinie für Wissenschafts- und Datenjournalismus waren im Januar 2025 fünf weitere Stiftungen aus Deutschland zum MFF gestoßen. Im März kam die Deutsche Postcode Lotterie hinzu. Die Entwicklung des Funds wurde von der Beauftragten der deutschen Bundesregierung für Kultur und Medien mit einer Projektförderung unterstützt. Der MFF ist bis dato mit zehn Millionen Euro dotiert.
© Media Forward Fund
Der Media Forward Fund ist 2024 als erster länderübergreifender Fonds für Journalismusförderung in Deutschland, Österreich und der Schweiz in seine erste Förderrunde gestartet. Die nächste Antragsfrist ist für Anfang 2025 geplant.
Der Fonds ist zunächst mit sechs Millionen Euro dotiert und setzt sich dafür ein, dass es mehr unabhängige Qualitätsmedien mit tragfähigen Geschäftsmodellen gibt, die starke, vertrauenswürdige Inhalte publizieren und sich langfristig nachhaltig finanzieren. Damit soll die Vielfalt im Journalismus und damit die Demokratie gestärkt werden. Pro Organisation werden Fördermittel von bis zu 400.000 Euro vergeben. Die erste Bewerbungsphase für den Media Forward Fund ist zwischenzeitlich abgeschlossen. Die nächste Bewerbungsphase beginnt Anfang 2025.
Der länderübergreifende MFF wurde auf Initiative der Rudolf Augstein Stiftung, Schöpflin Stiftung, Stiftung Mercator Schweiz, Volkart Stiftung, ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, Allianz Foundation, Stiftung für Medienvielfalt, ERSTE Stiftung, DATUM-STIFTUNG für Journalismus und Demokratie sowie des Impact Investors Karma Capital und Publix – Haus für Journalismus & Öffentlichkeit als gemeinnütziger Fonds gegründet. Die Entwicklung des Fonds wurde von der Beauftragten der deutschen Bundesregierung für Kultur und Medien mit einer Projektförderung unterstützt. Geplant sind drei Förderrunden pro Jahr: Die Förderungen belaufen sich entweder auf 200.000 Euro für Projektförderung oder 400.000 Euro für Organisationsförderung pro Medium für zwei Jahre.
| Förderzeitraum | 2024-2026 |
| Fördersumme | 300.000 Euro |
| Webseite | www.netzwerkrecherche.org |
Hamburg,
6. Dezember 2024
Je zwei Medien aus der Schweiz und Österreich erhalten jeweils bis zu 400.000 Euro — Fokus liegt auf neuen Methoden, gemeinwohlorientierte Vertriebskanäle zu vergrößern — neue Bewerbungen ab März 2025 möglich
Berlin / Wien / Zürich – 6. Dezember 2024: Im Juli ist der Media Forward Fund (MFF) gestartet, um den gemeinwohlorientierten Journalismus und die Demokratie in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu stärken – nun stehen die ersten Förderpartner des ersten Calls aus dem DACH-Raum fest. Vier Medien, davon zwei aus der Schweiz und zwei aus Österreich, wurde von der unabhängigen Jury eine Förderung von jeweils bis zu 400.000 Euro zuerkannt. Die Medien wollen mit vier unterschiedlichen gemeinwohlorientierten Ansätzen neue Wege gehen, ihre Vertriebskanäle zu vergrößern, um mehr Nutzerinnen und Nutzer für ein Abo oder eine Mitgliedschaft zu gewinnen.
Unter den ersten vier Förderpartnern des MFF sind zwei investigative Redaktionen; bei einem Medium liegt der thematische Fokus auf der „underserved community“ von Menschen mit Behinderung:
- Das Schweizer Investigativmedium Reflekt aus Bern, das seit mehr als fünf Jahren regelmäßig Missstände aufdeckt und damit gesellschaftlichen Impact erzielt, wird mit 300.000 Euro gefördert. REFLEKT möchte seine Vertriebskanäle (Funnel) verbreitern, indem sie gemeinsam mit reichweitenstarken Hosts ihre investigativen Recherchen in Social Videos zugänglich machen. Die so gewonnenen Nutzerinnen und Nutzer sollen dann über ein Crowdfunding zu zahlenden Unterstützern werden.
- Das österreichische werbefreie Investigativmedium Dossier aus Wien, das seit mehr als zwölf Jahren über Korruption, Ausbeutung und Machtmissbrauch berichtet, wird mit 390.000 Euro gefördert. Dossier möchte seinen Funnel zur Mitgliedschaft vergrößern, indem investigative Recherchen auf die Theaterbühne gebracht werden.
- Das österreichische Medienhaus andererseits aus Wien, bei dem Menschen mit und ohne Behinderungen seit zwei Jahren in einer inklusiven und Community-basierten Redaktion für ein Print-Magazin, zwei Newsletter und investigative Recherchen schreiben, wird mit 400.000 Euro gefördert. Andererseits möchte seine Vertriebskanäle zum Abo durch einen themenspezifischen Newsletter für die „underserved community“ der Menschen mit Behinderung vergrößern.
- Mit dem Schweizer Lokalmedium Tsüri aus Zürich, das seit zehn Jahren für eine überwiegend junge Zielgruppe berichtet, geht der MFF eine Kooperation mit einem finanziellen Beitrag von 400.000 Euro ein. Damit soll in Workshops und Prototypen herausgefunden werden, wie ein hyperlokales Nischenthema den Vertriebskanal zur Mitgliedschaft vergrößern kann.
„Aus 136 Bewerbungen unterstützt der Media Forward Fund vier vielversprechende Projekte, die allesamt wertvolle Erkenntnisse bringen werden, wie der gemeinwohlorientierte Journalismus durch zusätzliche Vertriebskanäle tragfähiger finanziert werden kann“, sagt Martin Kotynek, Gründungsgeschäftsführer des Media Forward Fund: „Mit unserem finanziellen Beitrag sowie zusätzlich mit Coaching, Capacity Building und Ausbildung können die vier Medien ihre Geschäftsmodelle zum Wachstum bringen, um so ihre finanzielle und damit ihre inhaltliche Unabhängigkeit zu stärken.“
Die nächste Förderrunde beginnt im März 2025. Die Ausschreibung wird von Info-Sessions und Schulungen begleitet. Bewerber:innen, die von der Jury keine Förderzusage erhalten haben, erhalten auf Wunsch die Möglichkeit eines Feedbackgesprächs. Eine erneute Bewerbung ist möglich.
Projekte & Jurybegründung: Über die Förderpartner:innen
Reflekt
Um zukünftig vermehrt jüngere Zielgruppen mit den Ergebnissen ihrer Recherchen zu erreichen, möchte das Investigativmedium Reflekt mit der Förderung des MFF verstärkt auf die Produktion von investigativem Video-Content für Social Media in Kooperation mit reichweitenstarken Hosts setzen. Mit dem vielbeachteten „Kein Freund und Helfer“-Video hat Reflekt dafür bereits einen erfolgreichen Proof-of-Concept geliefert. Das übergeordnete Ziel des Investigativmediums ist es dabei, seine Community und damit auch seine zahlenden Mitglieder durch eine höhere Reichweite in den sozialen Medien und zusätzlich über ein Crowdfunding mindestens zu verdoppeln.
Die Jury war beeindruckt „von der Kombination aus investigativer Arbeit mit hoher Relevanz und der originellen Übersetzung von Recherchen in Social Videos“. Sie interessierte sich besonders dafür, „wie künftig Host-Strategien effektiv genutzt werden können, um auch ein jüngeres Publikum mit Investigativjournalismus zu erreichen.“
Dossier
Das Investigativmedium Dossier aus Österreich hat als erfolgreiches Proof-of-Concept das Theaterstück „Aufstieg und Fall des Herrn René Benko“ in Kooperation mit dem Wiener Volkstheater vorgelegt. Basierend darauf möchte Dossier die Vermittlung seiner investigativjournalistischen Arbeitsweise und einzelner Rechercheergebnisse auf der Theaterbühne im Sinne des Slow Journalism für ein vielfältiges Publikum ausweiten. Mit drei verschiedenen Live-Journalismus-Formaten sollen so zusätzliche zahlende Mitglieder gewonnen und auch weitere Einnahmequellen erschlossen werden.
„Indem Dossier seine journalistische Arbeit auf die Bühne und damit in die analoge Welt zurückbringt, geht es neue Wege, um mit seinem Publikum in direkten Kontakt zu treten und eine tiefere Auseinandersetzung mit den Ergebnissen seiner Recherchen und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft anzuregen“, urteilt die Jury: „Bewähren sich die Live-Journalismus-Formate, könnte ein völlig neues journalistisches Genre mit immersivem Charakter für die Branche entstehen und sich als neues, gemeinwohlorientiertes Erlösmodell etablieren“.
Medienhaus andererseits
Um die Perspektive von Menschen mit Behinderungen im Journalismus sichtbarer zu machen, recherchieren und schreiben Menschen mit Behinderungen in der Redaktion des inklusiven und Community-basierten Medienhauses andererseits. Neben einem Printmagazin und zwei Newslettern veröffentlicht Andererseits auch investigative Recherchen in Kooperation mit großen Partnermedien. Mit der Förderung des MFF will Andererseits die Zahl der zahlenden Abonnentinnen und Abonnenten verdreifachen. Dafür sind im Förderzeitraum Relaunches der Newsletter und die Entwicklung zusätzlicher Social-Media-Formate geplant. Mit Nutzendenbefragungen soll eine solide Datenbasis aufgebaut werden, um den allgemeinen Erkenntnisgewinn zur unabhängigen, Community-basierten Finanzierung für barrierefreien und diversen Journalismus voranzutreiben.
Die Jury bewertete vor allem „das eingereichte Vorhabendesign, das von einer hochprofessionellen Arbeitsweise der Organisation und stark ausgeprägten Nutzendenzentrierung zeugt“, besonders positiv: „Im Gegensatz zu vielen anderen Medien ist Andererseits erfolgreich darin, echten und glaubwürdigen inklusiven Journalismus unter qualitätsjournalistischen Ansprüchen zu machen, auch wenn dieser zeit- und damit kostenintensiver ist“, lautet die Begründung der Jury. „Damit erfüllt das Projekt nicht nur eine wichtige Vorreiterfunktion, sondern hat auch das Potenzial, Lösungen für eine inklusivere Weiterentwicklung des journalistischen Sektors zu bieten“.
Tsüri
Das digitale Stadtmagazin Tsüri bedient mit dem „Züri Briefing“, einem täglichen Newsletter mit wichtigen Nachrichten zur Stadt, eine überwiegend junge Zielgruppe in Zürich. In Zukunft wird Tsüri auch regelmäßig mit einem neuen hyperlokalen Newsletter über ein relevantes Nischenthema berichten, konkret über die Wohnkrise in der Stadt. Damit soll die Anzahl der zahlenden Mitglieder aufgrund der hohen lokalen Relevanz des Themas mehr als verdoppelt werden. Der MFF wird Tsüri bei diesem Vorhaben als Kooperationspartner im Rahmen von Aus- und Weiterbildungsworkshops zum Thema hyperlokaler Journalismus unterstützen. Insbesondere soll auch der Wissenstransfer der Erkenntnisse in die Community des gemeinwohlorientierten Journalismus rund um den Fund im DACH-Raum forciert werden.
„Tsüri steht schon bisher beispiellos für finanziell nachhaltigen und profitablen Lokaljournalismus, der auf einem authentischen und glaubwürdigen Narrativ basiert“, heißt es in der Jury-Begründung. „Sich in Zukunft einem zusätzlichen hyperlokalen Thema zu widmen, um zusätzliche Mitglieder zu gewinnen, ist ein spannendes Experiment, das bisher nur wenige gewagt haben“.
So lief die erste Bewerbungsphase
Die Förderpartner:innen des ersten Calls wurden in einem fünfstufigen Prozess ermittelt: Von 136 Bewerber:innen mit einem Förderbedarf von 40 Millionen Euro waren 52 zu Einzelgesprächen eingeladen worden. Daraus wurden aufgrund der Eignungs- und Vergabekriterien, nach einer Prüfung der Förderfähigkeit und nach zahlreichen Erstgesprächen 26 Kandidat:innen mit einem Förderbedarf von neun Millionen Euro zur Antragstellung zugelassen. Die zehn Finalist:innen – drei aus Deutschland, zwei aus Österreich und fünf aus der Schweiz – präsentierten schließlich Ende November in Berlin ihre Konzepte vor der fünfköpfigen MFF-Jury. Auch ein Expert Council aus 14 Fachleuten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hatte im Vorfeld das Fund Management bei der Prüfung der Anträge für die Jury beraten.
So arbeitet der MFF
Der Media Forward Fund steht für gemeinwohlorientierte Medien und Projekte nach der Ideenphase offen, sobald ein Proof-of-Concept und ein erster Beleg für den Product-/Market-Fit vorhanden sind. Förderfähig sind insbesondere Medien, die Lücken in der lokalen und überregionalen Berichterstattung füllen. Besonderes Augenmerk liegt auf Zielgruppen, die bisher wenig Zugang zu Journalismus haben.
Bei gemeinnützigen Medien mit bis zu 30 Vollzeit-Mitarbeiter:innen im gesamten Unternehmen leistet der Fund Organisationsförderung in der Höhe von in der Regel bis zu 400.000 Euro pro Förderpartner. Gemeinwohlorientierte For-Profit-Medien können Projektförderung beantragen, die je nach Größe des Mediums im Verhältnis 50:50 co-finanziert wird. Zusätzlich zur finanziellen Förderung bietet der Fund organisatorische Begleitung und „Capacity Building“, etwa zu Medienrecht oder zur Geschäftsmodellentwicklung.
Für die Fördermittelvergabe wurden Kriterien in den Bereichen Transformation, Nutzerzentrierung, Vielfalt, Unabhängigkeit und Qualität definiert. Es sollen gemeinwohlorientierte Medien gefördert werden, welche die Medienlandschaft und deren Rolle in der Gesellschaft nachhaltig stärken. Zu den Anforderungen an die Förderberechtigten zählen unter anderem auch die Akzeptanz des Presserats und ein funktionierendes Fehlermanagement. Bestimmte Kriterien bringen Zusatzpunkte, wie beispielsweise die Berichterstattung für „underserved communities“, also etwa für migrantische Gruppen oder für ländliche Regionen.
Mit eigenen Repräsentantinnen in der Romandie und im Osten Deutschlands will der Fund den Besonderheiten dieser Regionen, wie zum Beispiel der Mehrsprachigkeit der Schweizer Medienlandschaft, stärker gerecht werden.
Über die Mitglieder der Jury
Yves Daccord, Schweizer Journalist und Fernsehproduzent, ehemaliger Generaldirektor des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, internationaler Stratege im Non-Profit-Bereich, Influencer und Changemaker. Yves Daccord gründete und leitet das Edgelands Institute, das erste Pop-Up-Institut der Harvard University. Der ausgebildete Journalist war bis vor kurzem Vorsitzender des Verwaltungsrats jener Mediengruppe, zu der die führende Lokalzeitung „Le Temps“ in der Romandie und das neu geschaffene lokale Digitalmedium „Heidi.News“ gehören.
- Maria Exner leitet als Intendantin Publix, das neue Haus für Journalismus & Öffentlichkeit in Berlin, das vor wenigen Wochen eröffnet wurde. Die gebürtige Dresdnerin war zuvor Co-Chefredakteurin des „ZEIT-Magazins“ und Stellvertretende Chefredakteurin von „Zeit Online“, wo sie unter anderem journalistische Dialogformate wie „Deutschland spricht“ entwickelt hat.
- Lucy Kueng, Professorin und Senior Visiting Research Associate am Reuters Institute for the Study of Journalism an der Oxford University und Verwaltungsratsmitglied der „Neuen Zürcher Zeitung“. Als Expertin für Strategie, Innovation und Führung berät sie führende Medienhäuser bei Strategie und Umsetzung der digitalen Transformation, darunter BBC, CNN, NPR, NRK, SVT und Schibsted.
- Evelyn Hemmer, Innovationsmanagerin mit langjähriger Erfahrung in der Medienförderung. Derzeit setzt sie als Chief Operating Officer ihre Erfahrungen im Start-Up „Hashtag Media“ ein, das innovativen Digitaljournalismus vorrangig auf Social Media produziert. Zuvor hat die Österreicherin seit deren Gründung die „Wiener Medieninitiative“ der Wirtschaftsagentur der Stadt Wien aufgebaut und dort mehr als 200 Mediengründungen und -projekte begleitet.
- Eva Schulz, Politikjournalistin mit umfangreicher Erfahrung im Bereich Bewegtbild- und Audiojournalismus, Gründerin des Videoformats „Deutschland3000“. Ihr Podcast „Deutschland3000 – ’ne gute Stunde mit Eva Schulz“ (NDR) ist mit mehr als 15 Millionen Abrufen einer der erfolgreichsten deutschen Interviewpodcasts. Als Reporterin war sie zuletzt in Thüringen, Sachsen und Brandenburg für die neue ZDF-Dokureihe „Deutschland, warum bist du so?“ unterwegs.
Über den Media Forward Fund
Der erste länderübergreifende Fund für Journalismusförderung in Deutschland, Österreich und der Schweiz setzt sich dafür ein, dass es mehr unabhängige Qualitätsmedien mit tragfähigen Geschäftsmodellen gibt, die starke, vertrauenswürdige Inhalte publizieren und sich langfristig nachhaltig finanzieren. Damit soll die Vielfalt im gemeinwohlorientierten Journalismus und damit die Demokratie gestärkt werden.
Der Media Forward Fund wurde auf Initiative der Rudolf Augstein Stiftung, Schöpflin Stiftung, Stiftung Mercator Schweiz, Volkart Stiftung, ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, Allianz Foundation, Stiftung für Medienvielfalt, ERSTE Stiftung, DATUM STIFTUNG für Journalismus und Demokratie, der MacArthur Foundation (USA) sowie des Impact Investors Karma Capital Group, und Publix – Haus für Journalismus & Öffentlichkeit im Juli 2024 als gemeinnütziger Fund gegründet und ist bis dato mit neun Millionen Euro dotiert. Die Entwicklung des Funds wurde von der Beauftragten der deutschen Bundesregierung für Kultur und Medien mit einer Projektförderung unterstützt. Der erste Fördercall startete im Juli 2024. In Zukunft sollen pro Jahr drei Calls umgesetzt werden. Die Förderungen belaufen sich auf in der Regel bis zu 400.000 Euro pro Medium.
Der nächste Call ist für Mitte März mit einer zusätzlichen Förderlinie für Wissenschaftsjournalismus vorgesehen.