Veranstaltung

Online-Diskussion: Tagesthemen, Twitter, Telegram –
wie kann Journalismus den Zusammenhalt stärken?

© Jennifer Fey; Sarah Eick; Dietmar Schiffermüller; Fabian Melber; Jessica Staschen
Hamburg,
25. Mai 2021

Welche Art des Journalismus stärkt die Demokratie? Welche Rolle spielen die so genannten sozialen Medien im Nachrichten-Ökosystem und wie lassen sich alle gesellschaftlichen Gruppen mit Qualitätsangeboten erreichen? Dies – und wie kluges Stiftungsengagement in diesem Kontext aussehen könnte, diskutieren wir am 8. Juni 2021 beim Digitalen Deutschen Stiftungstag.

Journalismus steht unter Druck. Bestehende Geschäftsmodelle erodieren, Medienhäuser kämpfen mit schwindendem Vertrauen und konkurrierenden Informationsangeboten. Die so genannten sozialen Medien und digitale Plattformen werden besonders für Jüngere zur Nachrichtenquelle. Eine Orientierung, was stimmt und was nicht, wird immer schwieriger.

Über die Zukunft des Journalismus, seine Wirkkraft und auf welche Weise Stiftungen Journalismus stärken können, sprechen wir beim Digitalen Deutschen Stiftungstag mit:

  • Ingo Zamperoni, Tagesthemen-Moderator und ehemaliger Washington-Korrespondent, der vor den US-Wahlen eine beeindruckende Dokumentation über ein zerrissenes Land drehte.
  • Ferda Ataman, Journalistin und Vorsitzende der Neuen deutschen Medienmacher*innen, die sich seit Jahren für mehr Diversität in Redaktionen einsetzt.
  • Dietmar Schiffermüller, Redaktionsleiter von STRG F bei FUNK, der weiß, wie sich junge Zielgruppen mit Qualitätscontent erreichen lassen.

Moderiert wird die Diskussion von Stephanie Reuter, Geschäftsführerin der Rudolf Augstein Stiftung und Jessica Staschen, Kommunikationsleiterin der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius.

Die von uns geförderte Veranstaltung findet am Dienstag, 8. Juni 2021, von 11.15 Uhr bis 12.30 Uhr statt. Sie ist ein Angebot des Expertisekreis Qualitätsjournalismus, in dem wir uns beim Bundesverband Deutscher Stiftungen für Qualitätsjournalismus und dessen stiftungsbasierte Förderung engagieren.

Der Digitale Deutsche Stiftungstag lädt vom 7. bis zum 11. Juni 2021 zu über 90 Veranstaltungen unter dem Motto „Gemeinsam Zusammenhalt gestalten!“ ein. Neben der genannten Session ist die Rudolf Augstein Stiftung auch an der Diskussion „Raus aus der Krise – wie Kommunikation Zusammenhalt fördern kann“ am 9. Juni 2021 beteiligt. Als Leiterin des Arbeitskreises Stiftungskommunikation gibt Stephanie Reuter einen einleitenden Input.

Das vollständige Programm des Digitalen Deutschen Stiftungstags und alle Informationen zur Anmeldung gibt es hier.

Pressemitteilung

FREIRÄUME!-Initiative fördert elf kulturelle Integrationsprojekte mit 127.000 Euro

© Antke Förster
Hamburg,
14. Mai 2021

Integrationsangebote sind in diesen Zeiten besonders wichtig; denn die Pandemie verstärkt die Isolation benachteiligter Gruppen. Deshalb unterstützen wir mit dem Hamburger Gemeinschaftsfonds FREIRÄUME! Akteur*innen der interkulturellen und kulturpädagogischen Arbeit, die ihr Engagement in der Corona-Pandemie fortsetzen. In der aktuellen Auswahlrunde werden elf Vorhaben mit 127.000 Euro gefördert.

Ob Kunstkurse, Tanz- und Theaterworkshops oder kulturelle Mitmachaktionen in Wohnunterkünften – künstlerische und kulturpädagogische Projekte tragen entscheidend zur Partizipation und Integration bei. Mit Blick auf eine Verstetigung solcher Angebote unterstützt die „FREIRÄUME! Initiative für kulturelle Integrationsprojekte“ in diesem Jahr Vorhaben, die auf Dauer angelegt sind und sich in ihrer Arbeit mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen in Hamburg bewährt haben.

33 Anträge gingen in der aktuellen Förderrunde ein, von denen eine Jury der Rudolf Augstein Stiftung, Hanns R. Neumann Stiftung, Klaus und Lore Rating Stiftung sowie der Hamburgischen Kulturstiftung die folgenden elf Vorhaben auswählte:

„Uns geht es vor allem darum, Projekte und Akteur*innen zu unterstützen, die engagierte und verlässliche Integrationsarbeit leisten und den Kontakt zu Kindern und Jugendlichen mit und ohne Fluchterfahrung auch in diesen von Isolation und Problemen geprägten Pandemie-Zeiten halten. Sei es durch Malaufgaben per Skype, Tanzproben per Video oder Zusammenkünfte von Angesicht zu Angesicht – sie finden ganz unterschiedliche, ideenreiche Wege. Diese Begegnungen sind wichtiger denn je!“ erklärt Gesa Engelschall, geschäftsführender Vorstand der Hamburgischen Kulturstiftung.

Stephanie Reuter, Geschäftsführerin der Rudolf Augstein Stiftung, führt aus: „Das ungebrochene Engagement der Künstler*innen und Initiativen sowie ihre Bereitschaft, in diesen herausfordernden Zeiten neue Wege zu gehen, sind bemerkenswert. Die Vielzahl der Einreichungen und ihr kreatives Spektrum haben uns abermals beeindruckt. Erfolgreiche Integrationsarbeit benötigt einen langen Atem – und Förder*innen. Wir freuen uns daher besonders, dass der Fonds auch sechs Jahre nach Gründung mit so vielen Partner*innen aktiv ist.“

Der Fonds FREIRÄUME! wurde 2015 von einer Hamburger Allianz aus Stiftungen, Unternehmen und privaten Förderer*innen als Reaktion auf die hohe Zuwanderung mit dem Ziel gegründet, durch Kunst und Kultur Räume für Begegnung und interkulturellen Austausch zu initiieren. Um den Integrationsgedanken des temporär angelegten Fonds (2016-2018) zu festigen und die Integrationsarbeit nachhaltig zu verankern, entwickelte schließlich ein kleiner Kreis von Förderer*innen die FREIRÄUME!-Initiative.

Zu den aktuellen Förderer*innen zählen neben der Rudolf Augstein Stiftung: Mara und Holger Cassens Stiftung, Gabriele Fink Stiftung, Ian und Barbara Karan-Stiftung, Körber-Stiftung, Hamburgische Kulturstiftung, Hanns R. Neumann Stiftung, Martha Pulvermacher Stiftung, Klaus und Lore Rating Stiftung, Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., Baufirma Richard Ditting und AUG. PRIEN Bauunternehmung.

Mitteilung

FREIRÄUME!-Fonds: Ausschreibung für kulturelle Integrationsprojekte

© Christian Bartsch
Hamburg,
3. März 2021

Der von uns unterstützte FREIRÄUME!-Fonds fördert schnell und unbürokratisch kulturelle Projekte mit Geflüchteten in Hamburg. Um gerade in diesen angespannten Zeiten nachhaltige Strukturen zu festigen, unterstützt der Fonds in diesem Jahr gezielt etablierte Akteure. Bewerbungen sind bis zum 31. März möglich.

Die FREIRÄUME!-Initiative ist Beispiel einer gelungenen Förderkooperation: Der Fonds wurde 2016 von einer Allianz Hamburger Stiftungen, Unternehmen und privaten Förder*innen als Reaktion auf die hohe Zuwanderung ins Leben gerufen, mit dem Ziel, durch Kunst und Kultur Räume für Begegnung und interkulturellen Austausch zu ermöglichen.

Inzwischen haben sich Interesse und Fokus der Förderkooperation mit Blick auf die aktuelle Bedarfslage auf eine Verstetigung etablierter Strukturen verlagert. Aus diesem Grund richtet sich die diesjährige Ausschreibung explizit an bestehende und bewährte kulturelle Projekte in Hamburg, die seit Jahren engagierte und verlässliche Integrationsarbeit mit Geflüchteten leisten und auch jetzt in Zeiten der Pandemie Kontakt zu ihrer Zielgruppe halten.

Antragsberechtigt sind freie Künstler*innen und Kulturpädagog*innen sowie Einrichtungen in Hamburg, die im Bereich der kulturellen Bildung tätig sind und über die Jahre vertrauensvolle Beziehungen zur Zielgruppe aufgebaut haben oder bereits etablierte kulturelle Bildungsangebote für geflüchtete Kinder und Jugendliche anbieten. Auf diese Weise soll mit der Förderung erfolgreiche Integrationsarbeit verstetigt werden sowie neue Projekte, die mit Langfristperspektive von erfahrenen Akteur*innen geleitet werden, etabliert werden. Gefördert werden vor allem längerfristige und regelmäßig stattfindende Angebote; ausdrücklich willkommen sind Projekte, die Wege finden, trotz der derzeit geltenden Einschränkungen unter Wahrung der Abstands- und Hygieneregeln zusammenzukommen.

Die Antragsstellung erfolgt über die Hamburgische Kulturstiftung. Hier finden Sie die vollständige Ausschreibung sowie das Antragsformular. Es können bis zu 15.000 Euro für Honorar- und Sachkosten beantragt werden. Bewerbungen sind bis zum 31. März möglich.

Neben der Rudolf Augstein Stiftung wird der FREIRÄUME!-Fonds unterstützt von: Mara und Holger Cassens Stiftung, Gabriele Fink Stiftung, Ian und Barbara Karan-Stiftung, Körber-Stiftung, Hamburgische Kulturstiftung, Hanns R. Neumann Stiftung, Martha Pulvermacher Stiftung, Klaus und Lore Rating Stiftung, Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. sowie der Baufirma Richard Ditting und AUG. PRIEN Bauunternehmung.

Pressemitteilung

Stiftungsbündnis stattet Fonds Hamburger Spielräume mit weiteren 330.000 Euro aus

© Pezibear auf Pixabay
Hamburg,
1. März 2021

Kinder und Jugendliche leiden besonders unter den Einschränkungen in der Corona-Pandemie. Je länger die Maßnahmen dauern, umso gravierender sind die Folgen für die junge Bevölkerung. Aus diesem Grund setzen wir den Fonds Hamburger Spielräume 2021 fort und statten ihn mit neuen Mitteln aus.

Die Corona-Pandemie trifft alle, aber nicht alle in gleichem Maße. Für Kinder und Jugendliche ist der psychische Druck besonders hoch: Das Unterdrücken ihrer natürlichen Bedürfnisse nach sozialem Austausch, freier Bewegung und ungehinderter liebevoller Zuwendung ist ein schwerwiegender Eingriff in ihre Entwicklung. Mit anhaltenden Kontaktbeschränkungen wird die Belastung immer größer – insbesondere für Kinder, Jugendliche und Familien aus beengten Wohnverhältnissen und Stadtteilen mit Entwicklungsbedarf.

Aus diesem Grund hat sich das Stiftungsbündnis um den Fonds Hamburger Spielräume dazu entschlossen, sein Engagement auch 2021 fortzusetzen. 15 beteiligte Stiftungen stellen weitere 330.000 Euro für Projekte der Kinder- und Jugendarbeit bereit, die den Kindern und Jugendlichen in dieser angespannten Situation „Spielräume“ verschaffen; „Spielräume“, in denen sie die Zwänge und Regeln für einen Moment vergessen können, um unbeschwert zu spüren, was sie brauchen an Nähe, Freundschaft, Spiel und Kontakt. Der Austausch unter Gleichaltrigen setzt zudem wichtige Impulse im Bereich der Alltagsbildung, die für die Persönlichkeitsentwicklung eine unverzichtbare Ergänzung zur schulischen Bildung darstellt.

Dass der Bedarf für den Fonds weiterhin sehr hoch ist, belegen auch eine Umfrage unter den bisherigen Antragsteller*innen sowie der Austausch mit Prof. Dr. Gunda Voigts, Professorin für Theorie und Praxis der Kinder- und Jugendarbeit an der HAW Hamburg. Außerdem wurde das niedrigschwellige Antragsverfahren positiv bewertet und wird aus diesem Grund beibehalten.

Im Fokus der Förderung stehen kleine, von ehrenamtlichem Engagement getragene Träger, Initiativen und Vereine, die in ihren Quartieren nah an den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen handeln können; insbesondere in Stadtteilen mit Entwicklungsbedarf. Förderfähig sind jegliche Art von Freizeitaktivitäten in kleinen Gruppen oder auch als Familie, Spiel-, Bewegungs-, Kultur- und Kreativangebote, Angebote der politischen Bildung, aber auch Frühstücks- oder Mittagstische. Aktivitäten an der frischen Luft und in der Natur erscheinen besonders notwendig. Die Aktivitäten können einmalig oder als laufendes Kursangebot konzipiert sein und müssen die aktuell geltenden Hygienevorschriften berücksichtigen.

Der Fonds Hamburger Spielräume wurde im Juni 2020 durch ein Stiftungsbündnis eingerichtet. In den ersten beiden Antragsrunden von Juni bis Dezember 2020 wurden rund 180 Anträge geprüft und 140 Projekte aus den Bereichen Bildung, Kultur, Bewegung, Umwelt und kreatives Spiel mit 275.000 Euro unterstützt.

Neben der Rudolf Augstein Stiftung sind die folgenden Stiftungen am Fonds Hamburger Spielräume beteiligt: Alfred-Toepfer-Stiftung F. V. S., BürgerStiftung Hamburg, Buhck-Stiftung, ERGO Stiftung Jugend & Zukunft, Gabriele Fink Stiftung, Hamburg Rotary Stiftung, Hanns R. Neumann Stiftung, Homann-Stiftung, Jovita Kinder- und Jugendstiftung, Klaus und Lore Rating Stiftung, Kurt und Maria Dohle Stiftung, Mara & Holger Cassens Stiftung, Scheck-Stiftung sowie eine Hamburger Familienstiftung. Der Fonds ist offen für die Beteiligung weiterer Stiftungen und die Unterstützung privater Spender*innen.

Die BürgerStiftung Hamburg hat die Koordination des Fonds übernommen. Eine Antragstellung ist jederzeit möglich. Weitere Informationen zum Antragsverfahren finden Sie hier.

Mitteilung

RUMS erhält #NETZWENDE Award 2020 für nachhaltige Medieninnovationen

© Nikolaus Urban
Hamburg,
16. Dezember 2020

Der mit 10.000 Euro dotierte #NETZWENDE Award geht an das lokaljournalistische Digitalangebot RUMS aus Münster. Mit dem von der Rudolf Augstein Stiftung geförderten Preis zeichnet der Thinktank VOCER Medienprojekte aus, die sich für eine Neuausrichtung des Digitalen Journalismus einsetzen. Credo bei RUMS: „Think global, report local.“

„RUMS steht in den Augen der Jury für eine dringend nötige Wende – sowohl im Journalismus als auch im Netz. Die konsequente Ausrichtung auf das Lokale, das Arbeiten in der Nische, die Unabhängigkeit von der Werbeindustrie zeichnen das junge Projekt aus. RUMS hat das Potenzial, große Strahlkraft für die Medienbranche und darüber hinaus zu entwickeln und andere Medienmacher*innen zu ermutigen, ähnliche lokaljournalistische Unternehmungen zu wagen“, heißt es in der Laudatio des Vorjahresgewinners Martin Fehrensen, Gründer des Social Media Watchblogs.

Bei dem lokaljournalistischen Digitalangebot „Rund um Münster“, kurz RUMS, beschäftigt sich die Redaktion mit den Entwicklungen in ihrer Stadt, beleuchtet diese kritisch und agiert vollständig werbefrei und unabhängig. Außerdem legt RUMS Wert auf den Austausch mit der Community und will auf diese Weise einen konstruktiven Lokaljournalismus ermöglichen.

„In Zeiten, in denen weltpolitische Ereignisse nur einen Tweet entfernt sind, RUMS daran erinnert, den Blick dort hinzulenken, wo Politik, Wirtschaft und Gesellschaft tatsächlich erfahren werden: vor Ort“, lautet es in der Jurybegründung. Die deutsche Medienlandschaft steht aufgrund des veränderten Nutzungsverhaltens und den Einnahmeverlusten infolge der weltweiten Corona-Pandemie vor extremen Herausforderungen. „Think global, report local“ sei daher das journalistische Gebot der Stunde. „RUMS kann durch den Fokus auf ein klar umrissenes Aufgabengebiet dazu beitragen, Demokratie zu stärken und beweist, wie sich Journalismus auch in Krisenzeiten immer wieder neu erfinden kann“, so das Urteil. Kein anderes journalistisches Start-up habe im Jahr 2020 einen so fulminanten Start hingelegt wie RUMS: „Die Auszeichnung mit dem #NETZWENDE Award soll RUMS Rückenwind geben, um das Angebot in der Öffentlichkeit noch bekannter zu machen.“

Zu den prominenten Kolumnisten von RUMS gehören die Klimaschutzaktivistin Carla Reemtsma, die Politikerin und ehemalige Bundesvorsitzende der Piratenpartei Marina Weisband, der CDU-Politiker Ruprecht Polenz und der ehemalige SPIEGEL-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer. Die Redaktion verschickt regelmäßig Newsletter und veröffentlicht Recherchen und Hintergründe auf der Website.

VOCER hat außerdem in diesem Jahr erstmals einen Sonderpreis für das beste journalistische Konzept im Rahmen des VOCER Millennial Lab vergeben: Gewinner ist das Hamburger Medienprojekt Flip, das einen lösungsorientierten Wirtschaftsjournalismus verfolgt.

Der #NETZWENDE Award wird seit 2017 von VOCER.org, internationaler Thinktank und Akademie für Medieninnovation, in Zusammenarbeit mit der Rudolf Augstein Stiftung und der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius verliehen. Der Preis wirbt für ein Umdenken im Journalismus – die Netzwende. Bisherige Preisträger sind Social Media Watchblog (2019), das gesundheitsjournalistische Online-Magazin MedWatch (2018) und das genossenschaftlich organisierte Autoren-Kollektiv RiffReporter (2017).

Mitteilung

Civitates-Fonds: Knapp 2,5 Millionen Euro für unabhängige, gemeinwohlorientierte Medienorganisationen

© Civitates
Hamburg,
13. November 2020

Der Civitates-Fonds unterstützt elf journalistische Organisationen aus acht europäischen Ländern mit einer dreijährigen Kernfinanzierung. Die Rudolf Augstein Stiftung beteiligt sich an dem Fonds, um unabhängigen, gemeinwohlorientierten Journalismus in Europa zu stärken.

311 journalistische Organisationen aus 34 Ländern bewarben sich auf die Ausschreibung des Fonds Independent Public Interest Journalism in Europe, der im Frühjahr 2020 von mehreren europäischen Stiftungen unter dem Dach der philhantrophischen Initiative Civitates gegründet worden war. Nun wählte das Auswahlgremium elf journalistische Organisationen aus, die ab 2021 eine dreijährige Kernfinanzierung in Höhe von insgesamt 2.467.000 Euro erhalten.

Zu den geförderten Akteuren zählen sowohl junge Organisationen als auch bereits länger etablierte Akteure – mit den Geldern werden sie in ihrem Aufbau sowie in ihrer Struktur gestärkt. Ziel ist es, durch die mehrjährige Kernfinanzierung ihre Entwicklung hin zu nachhaltigen, belastbaren und vernetzten Akteuren zu ermöglichen.

Begrüßt wurden insbesondere Bewerbungen von Organisationen, in deren Umfeld Medienunternehmen nicht oder nur bedingt unabhängig von staatlichen oder regierungsnahen Akteuren agieren können; oder die in Gebieten aktiv sind, in denen unabhängiger, gemeinwohlorientierter Journalismus nicht unterstützt wird.

Weiter spielt auch der Netzwerkeffekt eine wichtige Rolle. Die ausgewählten Organisationen sollen voneinander lernen und sich gegenseitig mit Expertise und Ideen stärken. Dadurch soll der kollaborative Journalismus in Europa weiter vorangetrieben werden.

Dies sind die geförderten Organisationen:

Mitteilung

Ausschreibung gestartet: #NETZWENDE Award für nachhaltige Innovation im Journalismus

© VOCER
Hamburg,
7. Oktober 2020

Neue Denkimpulse für den Digitalen Journalismus: Mit dem #Netzwende Award zeichnet der Thinktank VOCER Medienprojekte aus, die in Zeiten globaler Krisen mehr wollen als ein „back to normal“ und sich für eine Neuausrichtung des Digitalen Journalismus einsetzen. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird mit unserer Unterstützung zum vierten Mal vergeben – Bewerbungen und Nominierungen sind bis zum 15. November möglich.

Die Wege der Kommunikation, Vernetzung und Wissensgenerierung verändern sich permanent. Das gegenwärtige Krisengeschehen birgt dabei auch die Chance, Überkommenes abzuschütteln, Neues zu wagen und Risiken einzugehen. Mit dem #NETZWENDE Award zeichnet der Thinktank COVER deshalb gezielt journalistische Nonkonfomist*innen, Umdenker*innen, Visionär*innen und Gründer*innen aus, die davon überzeugt sind, dass neue Denkimpulse den Digitalen Journalismus weiterbringen – und dadurch Teil einer #Netzwende-Bewegung werden wollen.

Gesucht werden Medienprojekte, die mehr als ein „back to normal“ wollen und einen gesellschaftlichen Impuls setzen: durch eine besser informierte digitale Gesellschaft, eine konstruktivere Debattenkultur im Netz oder eine resiliente Zukunft für Journalist*innen.

Möglich sind sowohl Eigenbewerbungen als auch Nominierungen anderer. Prämiert werden digitale Projekte, Initiativen, Organisationen und Startups; nicht berücksichtigt werden einzelne Artikel oder Beiträge. Die Einreichfrist endet am 15. November 2020. Weitere Informationen und das Bewerbungsformular gibt es hier.

Der mit 10.000 Euro dotierte #NETZWENDE Award wird von der Non-Profit-Organisation VOCER.org in Kooperation mit der Rudolf Augstein Stiftung und der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius nun zum vierten Mal vergeben. Wir sind seit Anfang an als Partnerin dabei. Preisträger der vergangenen Jahre sind Social Media Watchblog (2019), MedWatch (2018) und RiffReporter (2017).

Pressemitteilung

Report „Wozu Non-Profit-Journalismus?“ veröffentlicht

© Phineo
Hamburg,
29. September 2020

Laut einer Civey-Umfrage sagen rund 70 Prozent der Menschen, dass Non-Profit-Journalismus wichtig ist für Medienvielfalt und eine starke Demokratie. Der von uns mitinitiierte und am 29. September 2020 veröffentlichte Report „Wozu Non-Profit-Journalismus?“ erklärt, was Non-Profit-Journalismus ausmacht und wirbt für eine breite gesellschaftliche Unterstützung zur Stärkung des Non-Profit-Journalismus: wirtschaftlich unabhängig, innovativ und dem Gemeinwohl verpflichtet.

Seit Jahren kämpft der Journalismus mit Krisen und ringt um seine Orientierung gebende Funktion in der Gesellschaft. Die Corona-Pandemie verschärft nun eine ohnehin prekäre Situation der aktuellen Medienlandschaft.

Der heute veröffentlichte Report „Wozu Non-Profit-Journalismus?“ zeigt, welchen Beitrag gemeinwohlorientierter Journalismus hier leisten kann. Der Report analysiert Potenziale, Wirkungsweisen, aber auch limitierende Faktoren gemeinnütziger Medienangebote. „Der gemeinnützige Journalismus bietet innovative, mutige und dringend benötigte Konzepte gegen die Demokratie- und Medienkrise“, sagt Gauri van Gulik von Luminate. „Anstatt auf wirtschaftlichen Gewinn oder ein bestimmtes politisches Ziel konzentriert sich der unabhängige, gemeinnützige Journalismus auf den sozialen Mehrwert. Das ist es, was ihn definiert.“

Vorgestellt werden zahlreiche innovative Projekte, darunter Correctiv, Finanztip, FragdenStaat, Netzwerk Recherche oder Reporter ohne Grenzen. Für Entscheider*innen in Förderinstitutionen und Politik gibt es zudem konkrete Tipps, wie sie diese und andere Akteur*innen des Non-Profit-Journalismus wirkungsvoll unterstützen können.

Stephanie Reuter, Geschäftsführerin der Rudolf Augstein Stiftung, erklärt, dass es nicht nur um ein neues Betriebsmodell, sondern um eine Erneuerung des Journalismus und seiner Rolle in der Gesellschaft geht: „Der Markt versagt gerade im rechercheintensiven Investigativ-Journalismus und im Lokalen, wo auch die Öffentlich-Rechtlichen nur eingeschränkt agieren können. Würde Journalismus im Steuerrecht als gemeinnützig anerkannt, könnten in diesen Feldern Non-Profit-Angebote entstehen, die aufklärerisch, lösungsorientiert und communitygestützt arbeiten. Das würde die Berichterstattung revitalisieren.“

Lukas Harlan von der Schöpflin Stiftung betont die Bedeutung von Rechtssicherheit für die Organisationen mit Blick auf Spenden und Stiftungsförderungen: „Die Anerkennung von Journalismus als gemeinnützig eröffnet neue Finanzierungsmöglichkeiten, auch für kleine, lokale Angebote. Medienvielfalt in Deutschland braucht Non-Profit-Journalismus und Non-Profit-Journalismus braucht breite gesellschaftliche Unterstützung. Dieser Report zeigt, wie das geht.“

Der Report entstand in Zusammenarbeit der Projektpartner*innen Luminate, Schöpflin Stiftung, Rudolf Augstein Stiftung, Phineo und BMFSFJ und ist kostenlos als Download verfügbar:

Report „Wozu Non-Profit-Journalismus?“

Exposé „Wozu Non-Profit-Journalismus?“

Für die Printversion schicken Sie uns bitte eine E-Mail mit Ihrer Adresse.

Vorgestellt wurde der Report am 29. September 2020 im Rahmen der Veranstaltung „Journalismus unter Druck: Geht’s Non-Profit besser?“. Darin diskutierten wir gemeinsam mit

  • Dr. Carsten Brosda, Senator der Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg
  • Elisabeth Niejahr, Publizistin und Geschäftsführerin der Hertie-Stiftung
  • David Schraven, Geschäftsführer von CORRECTIV
  • Prof. Sebastian Turner, Herausgeber des Tagesspiegel
  • Moderation: Stephanie Reuter, Geschäftsführerin der Rudolf Augstein Stiftung

über die Potenziale des gemeinnützigen Journalismus. Die Aufzeichnung der Veranstaltung finden Sie hier:

Pressemitteilung

Fonds Hamburger Spielräume: Weitere 175.000 Euro für Projekte der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit

© Rick Siderfin auf Pixabay
Hamburg,
28. September 2020

Aufgrund der hohen Resonanz auf den Gemeinschaftsfonds „Hamburger Spielräume“ starten wir gemeinsam mit den beteiligten Stiftungen eine zweite Antragsrunde mit einem Fördervolumen von 175.000 Euro. Der Fonds war im Juni 2020 eingerichtet worden, um Kinder, Jugendliche und Familien zu fördern und zu unterstützen, die durch die Corona-Krise besonders stark belastet sind.

Mehr als 80 gemeinnützige Vereine und Organisationen reichten in der ersten Förderrunde bis September 2020 einen Antrag ein; 53 Projekte konnten mit rund 110.000 Euro gefördert werden, darunter Exkursionen in die Natur, Kunstworkshops sowie Bewegungs- und Sportangebote. Die Angebote bieten sozial benachteiligten jungen Menschen Raum für das Miteinander im Kreise Gleichaltriger und positive Impulse durch freies Spiel.

Mit dem zusätzlichen Förderbudget haben die Stiftungen auf den hohen Bedarf reagiert und unterstützen erneut Einrichtungen der außerschulischen Kinder-, Jugend- und Familienarbeit dabei, verstärkt Angebote in den Bereichen Bildung, Kultur, Bewegung, Umwelt und kreatives Spiel zu machen. Damit sollen Impulse für die Identitätsfindung und Persönlichkeitsentwicklung gesetzt werden. Für Jugendliche ist der Kontakt zu ihrer Peer Group besonders wichtig. Die sozialen Medien ersetzen nicht die persönliche Begegnung, ein Gefühl der Vereinsamung kann zu wachsender psychischer Belastung führen. Viele fühlen sich reduziert auf die Rolle als Schüler*in, die Lernrückstände aus dem Homeschooling aufzuholen und zu funktionieren haben. Nachdem sich viele Hamburger Familien keine Urlaubsreise in den Sommerferien leisten konnten, sieht die Situation in den Herbstferien nicht anders aus. Der Fonds bietet den antragstellenden Organisationen die Möglichkeit, Aktivitäten zu realisieren, die Freude und Leichtigkeit stiften.

„Hamburger Spielräume“ richtet sich insbesondere an kleinere, von bürgerschaftlichem Engagement getragene Organisationen. Beantragt werden können Honorare, Fahrtkosten und Sachmittel, insbesondere für Projekte mit benachteiligten Zielgruppen. Weitere Informationen zur Antragstellung finden Sie hier.

Die folgenden Stiftungen unterstützen die zweite Förderrunde des Gemeinschaftsfonds „Hamburger Spielräume“: BürgerStiftung Hamburg, Buhck-Stiftung, Ehlerding Stiftung, ERGO Stiftung Jugend & Zukunft, Gabriele Fink Stiftung, Hanns R. Neumann Stiftung, Homann-Stiftung, Klaus und Lore Rating Stiftung, Kurt und Maria Dohle Stiftung, Mara & Holger Cassens Stiftung, Rudolf Augstein Stiftung, Scheck-Stiftung sowie eine Hamburger Familienstiftung. Weitere Mitstreiter*innen sind willkommen.

Veranstaltung

Journalismus unter Druck: Geht’s Non-Profit besser?

© Phineo
Hamburg,
3. September 2020

Was leistet Non-Profit-Journalismus? Warum ist er wichtig für die Gesellschaft und was braucht es, ihn im Mediensystem zu verankern? Über diese und weitere Fragen zu Non-Profit-Journalismus sprechen Akteur*innen und Interessensvertreter*innen am 29. September 2020 live und online. Die Veranstaltung findet anlässlich der Veröffentlichung des von uns mitinitiierten Report „Wozu Non-Profit-Journalismus?“ statt.

Digital-vernetzte Technologien, populistische Stimmungsmache und erodierende Geschäftsmodelle setzen den Journalismus seit Jahren unter Druck. Non-Profit-Journalismus bietet neue Wege und Perspektiven, um der Krise des Journalismus entgegenzuwirken.

Reporter ohne Grenzen, Correctiv, Finanztip, FragDenStaat, Netzwerk Recherche: Viele mutige und kreative Medienmacher*innen bereiten den Weg für den gemeinnützigen Journalismus – frei von kommerziellen Interessen und zugleich journalistischen Standards verpflichtet.

Was der Non-Profit-Journalismus für die Gesellschaft leisten kann, wie er das bestehende Mediensystem aus privaten und öffentlich-rechtlichen Medien sinnvoll ergänzt und warum die Medienpolitik jetzt handeln muss, darüber diskutieren wir gemeinsam mit

Dr. Carsten Brosda, Senator der Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg
Elisabeth Niejahr, Publizistin und Geschäftsführerin der Hertie-Stiftung
David Schraven, Geschäftsführer von Correctiv
Prof. Sebastian Turner, Herausgeber des Tagesspiegel

Moderation: Stephanie Reuter, Geschäftsführerin der Rudolf Augstein Stiftung

Die Aufzeichnung der Veranstaltung finden Sie hier:

Im Rahmen der Diskussionsrunde wurde der von uns mitinitiierte Report „Wozu Non-Profit-Journalismus? – Wirkungslogiken, Qualitätskriterien und Tipps für Förder*innen“ vorgestellt. Er entstand in Zusammenarbeit mit Luminate, der Schöpflin Stiftung und PHINEO und ist kostenfrei als Print und eBook erhältlich. Hier können Sie den Report downloaden. Für die Printversion schicken Sie uns bitte eine E-Mail.