Pressemitteilung

Media Forward Fund startet mit erster Förderrunde in drei Ländern

© Paul Probst
Hamburg,
2. Juli 2024

Neuer Fonds für Medienvielfalt ist zunächst mit sechs Millionen Euro dotiert – Pro Organisation werden Fördermittel von bis zu 400.000 Euro vergeben – Bewerbungen sind zum Start des Fonds ab sofort möglich.

Berlin / Wien / Zürich – 2. Juli 2024: Der Media Forward Fund ist an diesem Montag als erster länderübergreifender Fonds für Journalismusförderung in Deutschland, Österreich und der Schweiz in seine erste Förderrunde gestartet. Der Fonds setzt sich ab sofort dafür ein, dass es mehr unabhängige Qualitätsmedien mit tragfähigen Geschäftsmodellen gibt, die starke, vertrauenswürdige Inhalte publizieren und sich langfristig nachhaltig finanzieren. Damit soll die Vielfalt im Journalismus und damit die Demokratie gestärkt werden.

Der länderübergreifende Media Forward Fund wurde auf Initiative der Rudolf Augstein Stiftung, Schöpflin Stiftung, Stiftung Mercator Schweiz, Volkart Stiftung, ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, Allianz Foundation, Stiftung für Medienvielfalt, ERSTE Stiftung, DATUM-STIFTUNG für Journalismus und Demokratie sowie des Impact Investors Karma Capital und Publix – Haus für Journalismus & Öffentlichkeit als gemeinnütziger Fonds gegründet und ist bis dato mit sechs Millionen Euro dotiert. Die Entwicklung des Fonds wurde von der Beauftragten der deutschen Bundesregierung für Kultur und Medien mit einer Projektförderung unterstützt. Geplant sind drei Förderrunden pro Jahr: Die Förderungen belaufen sich entweder auf 200.000 Euro für Projektförderung oder 400.000 Euro für Organisationsförderung pro Medium für zwei Jahre.

Unabhängige Förderung für unabhängigen Journalismus
Für die Fördermittelvergabe wurden Kriterien in den Bereichen Transformation, Nutzerzentrierung, Vielfalt, Unabhängigkeit und Qualität definiert. Es sollen gemeinwohlorientierte Medien gefördert werden, welche die Medienlandschaft und deren Rolle in der Gesellschaft nachhaltig stärken. „Damit Journalismus nachhaltig finanziert werden kann, brauchen wir Medienmacher*innen, die den Mut haben, mit neuen Geschäftsmodellen zu experimentieren – und auch Geldgeber, die das dafür nötige Kapital zur Verfügung stellen“, sagt Martin Kotynek, Gründungsgeschäftsführer des Media Forward Funds. „Der Fonds stellt Medienmacher*innen diese Fördermittel von Stiftungen, Impact Investoren und Privatpersonen zur Verfügung – mit dem Ziel, dass wir so gemeinsam diese akute Transformationskrise der Medien überwinden.“ Für Stephanie Reuter, geschäftsführende Vorständin der Rudolf Augstein Stiftung, ist der Fonds „ein starkes Signal des Aufbruchs. Wir stärken im Schulterschluss Pioniere für eine wohlinformierte Öffentlichkeit. Das ist das beste Mittel gegen Nachrichtenwüsten und Desinformationskampagnen.“

„Geld muss Flagge zeigen!“
„Der Journalismus braucht jetzt viel mehr Geld von viel mehr Menschen. Dann haben unsere Demokratien eine Chance. Geld muss hier Flagge zeigen!“, sagt Hans Schöpflin, Vorstandsvorsitzender der Schöpflin Stiftung, über sein philanthropisches Engagement beim Media Forward Fund. „Es geht hier um den Schutz und die Stärkung der Demokratie durch eine starke, funktionierende, unabhängig agierende Medienlandschaft“, sagt Schöpflin. „Für eine wehrhafte Demokratie braucht es eine lebendige Medienlandschaft; diese gilt es jetzt mit dem Media Forward Fund zu verteidigen und zu stärken“, sagt Manuel Hartung, der Vorstandsvorsitzende der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS. Andrew Holland, Geschäftsführer der Stiftung Mercator Schweiz, betont die Chance der internationalen Zusammenarbeit im Rahmen des Funds: „Die Herausforderungen für Journalismus und Demokratie können nur länderübergreifend gelöst werden.“ Der Impact Investor Sebastian Klein, Gründer von Karma Capital, sagt über die Beweggründe für seinen Beitrag: „Niemand investiert bisher in Medien – das muss sich dringend ändern. Mein Anspruch ist, mit dem Media Forward Fund voranzugehen und zu zeigen, dass es geht. Ich will andere abholen, mitzugehen. Es geht darum, Kapital zu mobilisieren“, sagt Klein.

Boris Marte, CEO der österreichischen ERSTE Stiftung, betont, dass kritischer Journalismus überall in Gefahr ist: „Wir fördern seit vielen Jahren unabhängigen Journalismus und Medienvielfalt in Osteuropa. Doch faktenbasierte Berichterstattung ist auch in etablierten Demokratien wie den unseren gefährdet. Jetzt heißt es handeln.“

Fund mit gepoolten Fördermitteln
Im neugegründeten Media Forward Fund tragen bislang zehn Initiatoren Fördermittel zusammen. „Ein gemeinsamer Pool hat den Vorteil, dass ein Stiftungspartner kein einzelnes Medium fördert, mit dem man dann inhaltlich in Verbindung gebracht wird, sondern man sich insgesamt für die Stärkung der Medienvielfalt engagiert“, erklärt Martin Kotynek. „Durch die strukturelle Trennung zwischen Geldgebern und unabhängiger Jury ist beim Media Forward Fund nach innen und außen sichergestellt, dass die Geldgeber die Förderentscheidungen nicht beeinflussen.“

Wer ist förderfähig?
Der Media Forward Fund steht für Projekte nach der Ideenphase offen – sobald ein Businessplan und im Bestfall auch schon ein erster Test der Markteignung vorhanden sind. Förderfähig sind insbesondere Medien, die Lücken in der lokalen und überregionalen Berichterstattung füllen. Besonderes Augenmerk liegt auf Zielgruppen, die bisher wenig Zugang zu Journalismus haben.

Bei kleineren Medien – mit bis zu 30 Vollzeit-Mitarbeiter*innen im gesamten Unternehmen – leistet der Fonds Organisationsförderung in der Höhe von bis zu 400.000 Euro pro Förderpartner. Kleinere Medien können so selbst entscheiden, wo die Fördermittel am besten eingesetzt sind. Größere Häuser sind förderberechtigt, sofern sie gemeinwohlorientiert sind und die Projekte im Verhältnis 50:50 co-finanzieren. Hierfür stehen pro Förderpartner in der Regel bis zu 200.000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Zusätzlich zur finanziellen Förderung bietet der Fonds organisatorische Unterstützung, etwa zu Medienrecht oder zur Geschäftsmodellentwicklung.

Die Vision des MFF
„In einer idealen Welt bräuchte es den Fonds eines Tages nicht mehr, weil die Transformationskrise der Medienbranche überwunden ist und sich der Qualitätsjournalismus wieder auf funktionierende Geschäftsmodelle stützen kann“, sagt Kotynek. Bis dahin bestehe die Vision des Media Forward Fund darin, dass Stiftungen und private Förderer in Vorleistung gehen, um eine privatwirtschaftlich organisierte Struktur für Medienförderung für drei Länder zu etablieren. Sie soll in der Praxis zeigen, wie unabhängige Qualitätsjournalismusförderung funktioniert, mit der Idee, dass in Folge die öffentliche Hand als Förderer einsteigt.

 

www.mediaforwardfund.org

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Neuer Medienfonds stärkt Geschäftsmodelle für unabhängigen Journalismus

© Media Forward Fund
Hamburg,
5. Juni 2024

Der Media Forward Fund ist ein Meilenstein in der Journalismusförderung. Er ist der erste länderübergreifende Fund zur Förderung des Journalismus in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Fund setzt sich dafür ein, dass es mehr unabhängigen Qualitätsjournalismus mit tragfähigen Geschäftsmodellen gibt, der starke, vertrauenswürdige Inhalte publiziert und sich langfristig nachhaltig finanziert. Damit soll der Journalismus und zugleich die Demokratie gestärkt werden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf Zielgruppen, die bisher wenig Zugang zu Journalismus haben.

Der Media Forward Fund wird gegründet auf Initiative der Rudolf Augstein Stiftung, der Schöpflin Stiftung und ZEIT STIFTUNG BUCERIUS aus Deutschland, der Stiftung Mercator Schweiz und der Volkart Stiftung aus der Schweiz, der ERSTE Stiftung aus Österreich, sowie des Berliner Impact Investors Karma Capital und Publix – Haus für Journalismus und Öffentlichkeit. Der erste Förder-Call startet im Juli 2024.

Der Medienmanager und Journalist Martin Kotynek übernimmt im Juni die Gründungsgeschäftsführung des neuen Funds. Der renommierte Medienexperte – bis Ende 2023 war er Chefredakteur der österreichischen Tageszeitung »Der Standard« – bringt seine langjährige journalistische Erfahrung und sein Branchenwissen in die Führungsaufgabe beim Media Forward Fund (MFF) ein. Damit ist Kotynek als Founding Director unter anderem für Konzeption und Weiterentwicklung des Funds, Fundraising, Stakeholder Relations sowie Förderungen verantwortlich.

»In dieser neuen Aufgabe kann ich meine Erfahrung aus der Führungsarbeit in Medienhäusern zugunsten der gesamten Medienlandschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz einbringen«, sagt Martin Kotynek: »Unabhängiger, kritischer Journalismus ist eine wichtige Grundlage für unsere Demokratie. In dieser akuten Medienkrise will ich mich gemeinsam mit renommierten Stiftungspartnern, Philanthrop*innen und Impact Investor*innen einsetzen, dass es künftig mehr tragfähige Geschäftsmodelle für Journalismus gibt.«

Weitere Informationen in Kürze auf: www.mediaforwardfund.org

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Hilfsfonds ART CONNECTS beendet erfolgreiche Arbeit

© Michael Taterka
Hamburg,
5. Juni 2024

Der durch uns mitinitiierte Hilfsfonds für Projekte mit Kulturschaffenden, die wegen des Ukraine-Kriegs in Hamburg leben, fördert 78 Projekte mit 530.000 Euro und zeigt die verlässliche Zusammenarbeit von Hamburger Stiftungen und weiteren Partnern. Nach zwei Jahren ist die Mission erfüllt, weshalb der Fonds geschlossen wird.

Mit dem »ART CONNECTS – Hilfsfonds für Projekte mit schutzsuchenden Kulturschaffenden« haben wir in einem Stiftungsbündnis von April 2022 bis April 2024 insgesamt 78 Projekte mit einer Gesamtsumme von 530.000 Euro gefördert. Unter den Vorhaben waren Ausstellungen und Theaterstücke ebenso wie Radiosendungen und Konzerte – gemeinsam auf die Beine gestellt von Hamburger Kulturschaffenden und Künstler*innen, die wegen des Kriegs in der Ukraine – vor dem Kriegsgeschehen oder vor Repressalien in ihrem Heimatland – nach Hamburg flüchten mussten.

Unter dem Dach der Hamburgischen Kulturstiftung und gemeinsam mit der Claussen-Simon-Stiftung und der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS hatten wir den Hilfsfonds ART CONNECTS kurz nach dem russischen Überfall auf die Ukraine initiiert. Das Ziel war es, den schutzsuchenden Künstler*innen eine Anbindung an die Hamburger Kulturszene sowie eine Fortsetzung ihrer professionellen künstlerischen Tätigkeit zu ermöglichen. Der Verlauf der geförderten Projekte hat gezeigt, dass dies in sehr vielen Fällen gelungen ist. Nach der Vergabe von mehr als einer halben Million Euro ist der Hilfsfonds ausgeschöpft und das Programm ART CONNECTS beendet. Die Künstler*innen können sich um die Förderung der beteiligten Stiftungen bewerben.

Allein die durch ART CONNECTS geförderten Projekte, die noch im Juni stattfinden, zeigen die Projektvielfalt und die erfolgreiche Anbindung der schutzsuchenden Künstler*innen an die Hamburger Kulturszene:

  • 5. Juni 2024, 19.30 Uhr, Gallionssaal im Altonaer Museum: Mit »Ukrainska Odisseya – Eine Reise im Kreis« stellt die Gruppe »theater: playstation« die bisherigen Arbeitsergebnisse ihrer Arbeit mit geflüchteten ukrainischen Künstler*innen vor. Das gemeinsame Performance-Projekt verbindet die Erfahrungen von Krieg, Flucht und Ankommen in einem neuen Land mit Motiven aus der Odyssee.
  • 9. Juni 2024, 11 Uhr, Pavillon der freien Künste (Rentzelstraße 36–40): In der mehrsprachigen Lyrik-Musik-Matinée »Der Rest ist Vermissen« beschreiben poetische Performances die Leerstellen, die das Leben der beteiligten Künstler*innen rund um Liubov Shyrkina und Kateryna Kozlova markieren. Von Musik begleitet, werden die Verluste und die Erschütterungen fühlbar, die für sie seit dem Krieg das Wort Zuhause durchziehen.
  • 13. und 14. Juni 2024, 20.15 Uhr, LICHTHOF Theater: Mit dem Theaterstück »Entrissene Welten – Kaleidoskop der Erinnerungen 1952–2022« bringen Franziska Jakobi, Finja Kelpe und Mikhail Poliakov die Geschichten dreier Generationen des postsowjetischen Raums auf die Bühne – Geschichten von Zuhause, Verlust und Neuorientierung, kindlichen Lebenswelten in aufgewühlten Zeiten und desorientierten Erwachsenen mit dem Wunsch nach einem guten Leben für sich und ihre Kinder.
  • 22. Juni 2024, 19 Uhr, TONALi Saal: Für die Lesung »Verbotene Gefühle in Zeiten des Krieges. Ein zartes Archiv für die Zukunft« hat die Gruppe »(p)ostkarte(ll)«, in der sich Ukrainer*innen, Russ*innen und Deutsche zusammengefunden haben, seit Kriegsbeginn Interviews geführt. Darin haben sie Gefühle gesammelt, die oft verborgen bleiben oder sich verboten anfühlen und nun Ausdruck finden.
  • 29. Juni 2024, 18 Uhr, Probebühne LICHTHOF Theater (Rentzelstraße 36–40) und 30. Juni 2024, 12 Uhr, Die WIESE: Im Rahmen des »Stimme X« Festivals für experimentelles Musiktheater wird das Projekt »Waldspaziergang« aufgeführt. Hier treffen ukrainische Natur und Kultur, ein Ausflug in die Harburger Berge und Kriegserfahrungen aufeinander. Vier Performer*innen unter Leitung von Viktoria Holenok berichten von ihren Naturerfahrungen und beschäftigen sich mit menschlichen Schicksalen in der Folge des russischen Angriffskriegs.

ART CONNECTS wurde initiiert von der Rudolf Augstein Stiftung, Hamburgischen Kulturstiftung, Claussen-Simon-Stiftung und ZEIT STIFTUNG BUCERIUS. Weitere Unterstützer*innen sind die K.S. Fischer-Stiftung, Mara und Holger Cassens Stiftung, Gabriele Fink Stiftung, Dorit & Alexander Otto Stiftung, Körber-Stiftung, Stiftung Hamburger Hilfsspende, Ditting GmbH & Co. KG, Quantum Immobilien AG, Werner und Katrin Holm, Dr. Christina und Philipp Schmitz-Morkramer, Hye Chong und Bernd Jörg, Constanze und Christian Wriedt, Christine und Heinz Lehmann und weitere, die nicht genannt werden möchten.

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Stiftungen fordern Reform des Gemeinnützigkeitsrechts

© Frank Täubel – Adobe Stock
Hamburg,
29. Mai 2024

Berlin/Essen/Gütersloh/Hamburg/Lörrach/München/Stuttgart, 29.05.2024 – Auf Initiative der Robert Bosch Stiftung wenden sich gemeinnützige Stiftungen in einem gemeinsamen Offenen Brief an die Bundesregierung und setzen sich für ein modernes und unbürokratisches Gemeinnützigkeitsrecht ein. Dies sei ein wichtiger Baustein für eine funktionierende Demokratie, so heißt es in dem Schreiben. Gerade „vor dem Hintergrund multipler Krisen, dem Erstarken von populistischen und extremistischen Kräften sowie der Gefahr einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft“ sei eine lebendige Zivilgesellschaft zentral.

Zu den Unterzeichner*innen gehören die Geschäftsführer*innen und geschäftsführenden Vorstände der Allianz Foundation, Alfred Landecker Foundation, Bertelsmann Stiftung, Maecenata Stiftung, Robert Bosch Stiftung, Rudolf Augstein Stiftung, Schöpflin Stiftung und Stiftung Mercator.

Sie thematisieren in ihrem Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz, Bundesfinanzminister Christian Lindner sowie Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, dass in dem jetzt vorliegenden Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums für ein Jahressteuergesetz 2024 notwendige Änderungen im Gemeinnützigkeitsrecht, jenseits der Wohngemeinnützigkeit, fehlten – entgegen den bisherigen Ankündigungen. Die Stiftungen treten vehement für Nachbesserungen ein. Die bereits vor drei Jahren im Koalitionsvertrag angekündigten Anpassungen gelte es nun endlich umzusetzen.

Exemplarisch verweisen die Stiftungen, die zusammengenommen jährlich über 300 Mio. Euro in gemeinnützige Projekte investieren, auf drei Anpassungen:

1. die Klarstellung der politischen Betätigung (§52 AO);
2. die Erweiterung des Zweckkatalogs (§52 AO) zumindest um die Zwecke „Förderung des Schutzes und Durchsetzung der Grund- und Menschenrechte“ sowie „gemeinnütziger Journalismus“;
3. die Aufhebung der Ungleichbehandlung von Förderungen innerhalb und außerhalb der Europäischen Union (§§51, 58 AO), die insbesondere für international tätige Stiftungen relevant sind.

Die rechtliche Klarstellung soll dazu beitragen, die Unsicherheit bei gemeinnützigen Akteuren zu beseitigen und für größere Einheitlichkeit bei der Auslegung durch die nachgeordneten Behörden zu sorgen.

Das Gemeinnützigkeitsrecht bietet den Handlungsrahmen für bürgerschaftliches Engagement in Deutschland. Es betrifft mehr als 20.000 Stiftungen und hunderttausende Vereine. In dem Offenen Brief der Stiftungen heißt es abschließend: „Bitte sorgen Sie dafür, dass das ehrenamtliche und zivilgesellschaftliche Engagement in Deutschland lebendig bleibt und gestärkt wird.“

Den vollständigen Text des Offenen Briefes finden Sie hier: OffenerBrief_Gemeinnützigkeitsrecht_Stiftungen.

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Go Vote! – Breites Bündnis startet Kampagne für Demokratie zu den Wahlen im Juni

© Go Vote
Hamburg,
08. Mai 2024

In der Woche vor der Europa- und Bezirksversammlungswahl am 9. Juni feiert ein breites Bündnis in Hamburg unsere Demokratie und ermutigt zum Wählengehen. Eine vielfältige Konzert- und Event-Reihe schafft laut- wie reichweitenstark Aufmerksamkeit für das Thema. Wir sind dabei und unterstützen die Aktionswoche und Kampagne.

Go Vote!
Unter dem Motto GoVote – Unsere Stimmen sind laut! feiern wir in der Woche vor der Bezirks- und Europawahl am 9. Juni die Demokratie: mit einem großen Auftaktkonzert in der Elbphilharmonie, einer Demo in der City und zahlreichen Kultur-Highlights in der ganzen Stadt. Das Bündnis GoVote möchten damit so viele Menschen wie möglich zum Wählen animieren. Denn unsere Demokratie braucht alle Stimmen.

Wir sind viele.
Die Idee kommt aus der Mitte der Stadt: Museen, Konzerthäuser, Clubs und Stadtteilzentren sowie Verbände und Initiativen schließen sich zusammen, um Wählen zum unüberhörbaren Stadtgespräch zu machen. Dafür initiiert das unparteiliche Bündnis eine Woche lang Events und eine Kommunikationskampagne. Bereits über 40 Organisationen, darunter über 13 Stiftungen, machen mit! Ein Chor der Vielen, der ruft: Wir haben die Macht, machen wir was draus! Auch die Rudolf Augstein Stiftung ist bei der Aktionswoche dabei.
Informationen zu den Wahlen
Sie fragen sich, wer bei der Europawahl und den Bezirksversammlungswahlen kandidiert und wie am 9. Juni das Prozedere ist? GoVote will mit den Mitteln der Kommunikation und Kultur möglichst viele Gespräche- und Kommunikationsanlässe zum Thema Wahlen und Wählengehen schaffen. Hier finden Sie zeitnah alle gewünschten Informationen.

Veranstaltungen
Detaillierte Informationen zum Programm finden Sie hier.

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Fonds Hamburger Spielräume: Mit weiteren 240.000 Euro ins fünfte Jahr

© Michael Taterka
Hamburg,
1. Februar 2024

Aufgrund des großen Bedarfs startet der Gemeinschaftsfonds „Hamburger Spielräume“ in sein fünftes Jahr. Mit weiteren 240.000 Euro stärkt er die offene Kinder- und Jugendarbeit in Krisenzeiten. Das Stiftungsbündnis hat bereits jetzt entschieden, auch 2025 erneut Gelder bereitzustellen. Die Antragstellung ist ab sofort möglich.

Der durch die Rudolf Augstein Stiftung mitinitiierte Fonds „Hamburger Spielräume” fördert Projekte, die Kindern und Jugendlichen Räume für Spiel, Begegnung und gemeinsame Erlebnisse öffnen. Ab dem 1. Februar können Kinder- und Jugendprojekte wieder Gelder beantragen für Freizeitaktivitäten wie Ausflüge, Workshops, Feste oder Kurzreisen und vieles mehr. 240.000 Euro stehen 2024 zur Verfügung. Hinter dem Fonds steht ein breites Bündnis aus Stiftungen.

Unbeschwert Erfahrungen sammeln

Corona war 2020 die Initialzündung für den Fonds. Die Pandemie ist vorbei, die Zeiten allerdings bleiben unsicher. Kinder und Jugendliche sind erheblich belastet. Viele machen sich Sorgen wegen des Klimawandels, der Kriege in der Ukraine und in Nahost oder um die finanzielle Situation ihrer Familien. Manche Kinder und Jugendlichen leiden zusätzlich unter Corona-Spätfolgen oder Fluchterfahrungen. Im Alltag schränkt dies die Chancen auf Teilhabe, auf psychisches Wohlbefinden und das Gefühl von Selbstwirksamkeit für junge Menschen weiterhin deutlich ein. Deshalb wird der Fonds „Hamburger Spielräume” weiter dringend gebraucht. Damit möglichst viele Kinder und Jugendliche auch in den nächsten Jahren mit mehr Leichtigkeit zusammen gute Erfahrungen machen, haben sich die beteiligten Stiftungen bereits jetzt entschieden, den Fonds auch 2025 wieder mit neuen Geldern auszustatten.

Was wir bisher erreicht haben

  • 36.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene wurden über den Fonds gefördert.
  • 1,5 Millionen Euro Projektförderungen wurden verausgabt in einer Größenordnung von 500-3.500 Euro pro Projekt.
  • Rund 350 verschiedene Träger im ganzen Hamburger Stadtgebiet haben von dem Fonds profitiert.
  • 660 Projekte wurden bewilligt: Keines musste länger als zwei Wochen auf Antwort warten.
  • Die Top 5 der 2023 geförderten Stadtteile sind: Wilhelmsburg, Rahlstedt, St. Pauli, Harburg und Billstedt. Die Förderungen erreichen Kinder und Jugendliche in allen Hamburger Bezirken, besonders in den Stadtteilen mit Entwicklungsbedarf.

Wer und was wird gefördert?

Der Fonds fördert mit bis zu 3.500 Euro Freizeitaktivitäten in den Bereichen Kultur, Bewegung, Umwelt- und Demokratiebildung, Aktivitäten draußen und in der Natur, Workshops, Ausflüge, Fahrten und Feste. Partizipative Arbeit ist den fördernden Stiftungen wichtig: Kinder und Jugendliche müssen an der Gestaltung der Projekte beteiligt sein. Gefördert werden gemeinnützige Träger der außerschulischen Kinder-, Jugend- und Familienarbeit, Stadtteilkulturzentren, Bürgerhäuser, Bauspielplätze, Einrichtungen der Gemeinwesenarbeit, Mädchentreffs, Träger der Umweltbildung u. v. m.

Wir haben zwei Antrags- und Förderperioden eingerichtet:

  • Frühjahr und Sommer: Antragsstellung vom 01.02.2024 – 30.06.2024
    (Anträge für Projekte im Zeitraum vom 10.02.-30.08.2024)
  • Herbst und Winter: Antragstellung vom 01.07.2024 – 31.10.2024
    (Anträge für Projekte im Zeitraum vom 10.07.-31.12.2024)

Die BürgerStiftung Hamburg übernimmt die Koordination des Gemeinschaftsfonds und steht bei Fragen zur Antragstellung zur Verfügung. Weitere Informationen zur Ausschreibung finden Sie hier.

Fördernde Stiftungen

Neben der Rudolf Augstein Stiftung wird das Bündnis aktuell durch folgende Stiftungen getragen: BürgerStiftung Hamburg, Kurt und Maria Dohle Stiftung, ERGO Stiftung „Jugend & Zukunft”, Gabriele Fink Stiftung, Homann-Stiftung, Liselotte Stiftung, Peter Möhrle Stiftung, Hanns R. Neumann Stiftung, Klaus und Lore Rating Stiftung

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Von Datenjournalismus für Europa bis Extended Reality

WPK-Innovationsfonds fördert fünf Zukunftsideen für den
Journalismus mit mehr als 140.000 Euro

 

Hamburg,
21. November 2023

Der von uns mitinitiierte Fonds für innovativen Wissenschafts- und Datenjournalismus unter dem Dach der Wissenschaftspressekonferenz (WPK) hat in der dritten Antragsrunde mit einer unabhängigen Jury die fünf Projekte mit dem höchsten Innovationsgrad ausgewählt.

Der WPK-Innovationsfonds Wissenschaftsjournalismus unterstützt Pionier*innen, die im Wissenschafts- und Datenjournalismus neue Wege beschreiten wollen. Nicola Kuhrt, neue Vorsitzende der Wissenschaftspressekonferenz (WPK): „Das anhaltend hohe Interesse am Innovationsfonds freut uns sehr. Die spannenden Ideen, die die Juror*innen ausgewählt haben, belegen eine hohe Innovationsfähigkeit und -bereitschaft im Wissenschafts- und Datenjournalismus.“

In der experimentellen Förderlinie A hat sich die Jury für die Entwicklung eines personalisierten Empfehlungssystems für (Wissenschafts-)Podcasts sowie eines Online-Tools für Verbraucher*innen zum Melden irreführender Werbeversprechen im Gesundheitsbereich entschieden.

In der langfristigen Förderlinie B wurde die Idee des Autor*innenkollektivs RiffReporter bewilligt: Hier wird ein Prototyp für „XR-Recherchen“ mit Augmented-Reality-Headsets entwickelt, mit denen das Publikum seine Fragen stellt. So soll gemeinsam mit jungen Menschen recherchiert werden, die sich in den Medien bislang unterrepräsentiert fühlen. Um neue Zielgruppen geht es auch beim Projekt „Jive“, das wissenschaftliche Themen erstmals als Live-Journalismus auf die Bühne bringen will.
Ebenso überzeugt war die Jury vom Antrag „Correctiv.Europe“: Dieses Projekt zielt drauf ab, Lokalmedien zu stärken und ein Netzwerk für datenjournalistische Recherchen auf lokaler Ebene in ganz Europa aufzubauen.

Für die fünf neuen Projekte hat die Jury insgesamt 142.500 Euro bewilligt; hinzu kommen Mittel für Beratungsleistungen, die die Bewerberteams zusätzlich beantragen konnten.

Die Teams und ihre Projekte im Einzelnen:

Förderlinie A (bis zu 10.000 Euro):
– Adrian Breda: „Posuma – die Podcast-Suchmaschine“
– Sigrid März (MedWatch): „MedVertify – Melden irreführender Heilversprechen“
Förderlinie B (bis zu 75.000 Euro):
– Marie Louise Hansel (RiffReporter): „Deine XR-Reporterin“
– Christine Liehr: „JIVE: Wissenschaftsjournalismus auf der Bühne“
– David Schraven (Correctiv): „Correctiv.Europe”

Die nächste Ausschreibung läuft bis zum 10. Januar 2024.

Die Förderer:
Joachim Herz Stiftung, VolkswagenStiftung, Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, Schöpflin Stiftung, Rudolf Augstein Stiftung, ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius.

Die Jury:
Mustafa Benali (Quarks Digital/WDR), Georg Dahm (Fail Better Media), Prof. Dipl.-Journ. Christina Elmer (Professorin für Digital- & Datenjournalismus/TU Dortmund), Peter-Matthias Gaede (Freier Autor/ehem. Chefredakteur GEO), Henriette Löwisch (Leiterin Deutsche Journalistenschule), Prof. Dr. Maren Urner (Professorin für Medienpsychologie), Prof. Dr. Steffen Walz (Explorer & Professor of Design Innovation).

Ausführliche Infos zu den ausgewählten Projekten und zur nächsten Ausschreibung gibt es auf der Webseite des WPK-Innovationsfonds:

https://innovationsfonds.wpk.org.

Hintergrund:
Die Wissenschaftspressekonferenz (WPK), Deutschlands Verband der Wissenschafts-journalist*innen, hat im Mai 2022 den WPK-Innovationsfonds Wissenschaftsjournalismus gestartet. Der Innovationfonds unterstützt Pionier*innen, die im Wissenschafts- und Datenjournalismus neue Wege beschreiten wollen, finanziell und beratend. Mit der Förderung durch sechs angesehene Stiftungen können jährlich 300.000 Euro an Antragstellende vergeben werden. Eine unabhängige Jury begutachtet die Anträge.
Der Innovationsfonds hat eine Laufzeit von drei Jahren und wird jährlich zweimal ausgeschrieben. Die Arbeit des Fonds wird mit einer transformativen Forschung durch die Bauhaus-Universität Weimar umfassend begleitet. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Forschungsprojekt.

Kontakt:
WPK – Die Wissenschaftsjournalisten
Wissenschaftspressekonferenz e.V.
Holger Hettwer | Geschäftsführer
Rosenstr. 42-44, 50678 Köln
T 0221-337717-11
holger.hettwer@wpk.org
www.wpk.org

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Feierliche Benennung der Rudolf-Augstein-Promenade:
Stadt ehrt Rudolf Augstein anlässlich seines 100. Geburtstags

Hamburg,
02. November 2023

Anlässlich des 100. Geburtstags von Rudolf Augstein hat die Stadt Hamburg die Ericuspromenade in Rudolf-Augstein-Promenade umbenannt. Der offizielle Akt fand heute beim Verlagsgebäude des von Augstein gegründeten Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL statt. Die Umbenennung wurde auf Initiative der Rudolf Augstein Stiftung zum Jubiläum vom Hamburger Senat beschlossen.

Am 5. November dieses Jahres wäre der 2002 mit 79 Jahren verstorbene Rudolf Augstein, Gründer des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL sowie der Rudolf Augstein Stiftung, 100 Jahre alt geworden.

Um an den Ausnahmejournalisten und Ehrenbürger in der Medienmetropole Hamburg zu erinnern und seiner Bedeutung für die Presse- und Meinungsfreiheit Rechnung zu tragen, hat der Hamburger Senat auf Initiative der Rudolf Augstein Stiftung und auf Vorschlag des Bezirks beschlossen, die Ericuspromenade in Rudolf-Augstein-Promenade umzubenennen. Fortan kann man das markante SPIEGEL-Gebäude zwischen Deichtorhallen und HafenCity auf dieser Promenade umrunden, mit Blick auf Elbe und Oberhafenquartier.

Heute enthüllten Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien und Bezirksamtsleiter Ralf Neubauer zusammen mit Anna Augstein, Vorstandsvorsitzende der Rudolf Augstein Stiftung, vor dem Alten Zollhaus feierlich eines der beiden Straßenschilder. Der Journalist Haug von Kuenheim fand sehr persönliche Worte. Familie, Freunde und Weggefährten Augsteins wohnten dem Akt bei und fanden im Anschluss bei einem Empfang im Zollhaus zusammen.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien der Stadt Hamburg, erinnerte vor Ort an Hamburgs Ehrenbürger Rudolf Augstein: „Nachkriegsdeutschland und insbesondere unsere Medienstadt haben Rudolf Augstein viel zu verdanken. Augstein war eine starke journalistische Stimme, die bis heute Maßstäbe setzt. Er hat den Blick der Öffentlichkeit oftmals auf Probleme und Unzulänglichkeiten der Bundesrepublik gelenkt und sich leidenschaftlich für unsere Demokratie eingesetzt. Mit seinem journalistischen Grundsatz ‚Sagen, was ist‘ macht er den Spiegel zu einem Leuchtturm kritischer Berichterstattung. Mit der Benennung der Rudolf-Augstein-Promenade markieren wir nicht nur die Heimat des SPIEGEL Verlages, sondern setzen dieser außergewöhnlichen Persönlichkeit ein ehrendes Andenken.“

Ralf Neubauer, Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte, fügte dem hinzu: „Für die Erinnerung und das Gedenken an die große Verlegerpersönlichkeit Rudolf Augstein gibt es wohl kaum einen geeigneteren Ort als hier am SPIEGEL-Haus, mitten im Zentrum unserer Stadt. Als Bezirk Hamburg-Mitte freuen wir uns deshalb besonders über die neue Rudolf-Augstein-Promenade.“

Stephanie Reuter, geschäftsführende Vorständin der Rudolf Augstein Stiftung dankte der Stadt für die Ehrung und wies auf Augsteins Vermächtnis hin: „Rudolf Augstein war nicht nur eine starke journalistische Stimme. Er war sich auch seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Er engagierte sich zu Lebzeiten hanseatisch diskret und gründete kurz vor seinem Tod die Rudolf Augstein Stiftung. Diese trägt die Themen in die Zukunft, die Augstein bewegten. Hierzu zählen künstlerische Experimente und Chancengerechtigkeit für Kinder. Vor allem aber auch die Verteidigung der Pressefreiheit und die Förderung von kritischem, unabhängigem Journalismus. Die Benennung der Rudolf-Augstein-Promenade ist ein wichtiges Zeichen und verpflichtet, immer wieder auf den besonderen Wert des Journalismus für unsere Demokratie aufmerksam zu machen.“

Rückfragen der Medien
Enno Isermann
Pressestelle Behörde für Kultur und Medien
Telefon: 040/428 24-207
E-Mail: enno.isermann@bkm.hamburg.de
Internet: www.hamburg.de/bkm
X: @hh_bkm | Instagram: @bkm_hh

Rudolf Augstein Stiftung
Stephanie Reuter
Geschäftsführende Vorständin
Telefon: 040/554 40 333
E-Mail: stephanie.reuter@rudolf-augstein-stiftung.de

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Quoten, Jurys, Gagentransparenz: Welche Reformen braucht es für Geschlechtergerechtigkeit in den Künsten?

Hamburg,
04. September 2023

Rudolf Augstein Stiftung und Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg laden zur Diskussion mit Vordenkerinnen der Debatte.

 

Donnerstag, 7. September, 19 Uhr
Vestibül im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Steintorplatz, 20099 Hamburg

Die Studienlage ist klar: Gleich ob bei der Bezahlung, bei Präsentationsmöglichkeiten oder der Vergabe von Preisen – Erfolg in den Künsten hängt weiterhin auch vom Geschlecht der Künstler*innen ab. Dabei liegen Reformvorschläge längst auf dem Tisch. Die Rudolf Augstein Stiftung und das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G) laden deshalb ein zur Diskussion über Reformen für einen Strukturwandel im Kulturbetrieb. Zu Wort kommen prominente Verfechter*innen für mehr Geschlechtergerechtigkeit in den Künsten. Autorin und Journalistin Teresa Bücker spricht mit Prof. Tulga Beyerle, Direktorin des Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Andrea Rothaug, Geschäftsführerin von Rock City Hamburg e. V. und Mitbegründerin der Initiative Music Women* Germany, Gabriele Schulz, stellvertretende Geschäftsführerin des Deutschen Kulturrats und Simoné Goldschmidt-Lechner, Autorin, Übersetzerin, Performerin und Regisseurin. Der Eintritt ist frei. Vorab und im Anschluss bis 21 Uhr ist die Ausstellung The F*Word – Guerrilla Girls und feministisches Grafikdesign für Besucher*innen geöffnet.

Die Podiumsdiskussion ist das Ergebnis einer Kooperation der Rudolf Augstein Stiftung und dem Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg. Beide Institutionen haben sich dieses Jahr aktiv in die Debatte für mehr Geschlechtergerechtigkeit in den Künsten eingeschaltet – das MK&G mit der Ausstellung The F*Word – Guerrilla Girls und feministisches Grafikdesign und die Rudolf Augstein Stiftung mit dem Mentoring-Programm re:balance – Geschlechtergerechtigkeit in den Künsten.

„Zivilgesellschaftliche Akteure wie wir können auf Missstände aufmerksam machen und Impulse setzen. Sie können zeigen, was möglich wäre – so wie wir das mit unserem Mentoring-Programm tun. Doch für einen strukturellen Wandel hin zu mehr Geschlechtergerechtigkeit und Diversität braucht es die Kraft der Kulturpolitik und den Willen der Kulturbetriebe selbst,“ sagt Stephanie Reuter, Geschäftsführende Vorständin der Rudolf Augstein Stiftung. „Dass wir mit der Paneldiskussion gemeinsam mit dem Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg dieses wichtige Thema in den Fokus rücken, sendet das Signal: Geschlechtergerechtigkeit können wir nur im Schulterschluss erreichen.“

„Nur wenn Künstler*innen, Designer*innen und Architekt*innen ausgestellt werden, wenn über sie geforscht und geschrieben wird, nur wenn all ihr Tun sichtbar und öffentlich gemacht wird, nur dann verankert sich das Wissen über ihren Einfluss, ihre Kraft und Qualität nachhaltig in der Gesellschaft. Die Ausstellung „The F*word“ verstehen wir als Ausgangspunkt einer strukturellen Transformation unserer Sammlung. Ich freue mich, dass wir uns gemeinsam mit der Rudolf Augstein Stiftung für mehr Geschlechtergerechtigkeit stark machen,“ so Tulga Beyerle, Direktorin Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg.

Mit dem Mentoring-Programm re:balance hat die Rudolf Augstein Stiftung in diesem Jahr erstmals 18 exzellente Künstler*innen aller Sparten mit einem 1zu1-Mentoring gefördert. Das Programm soll ihnen zu einem Entwicklungssprung in ihrer Karriere verhelfen. Zu den prominenten Unterstützer*innen der Initiative gehören Sonja Anders, Intendantin des Schauspiel Hannover, Dr. Natasha A. Kelly, Gründungsdirektorin des ersten Instituts für Schwarze Kunst, Kultur und ihre Wissenschaften und Steven Walter, Intendant des Beethovenfest Bonn. Bewerben konnten sich alle Frauen, sowie trans, inter und nichtbinäre Menschen, die am Beginn oder an einem Wendepunkt ihrer künstlerischen Karriere stehen.

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Neues Denken für den Wissenschafts- & Datenjournalismus:

WPK-Innovationsfonds startet dritte Bewerbungsrunde

© Wissenschafts-Pressekonferenz e. V.
Hamburg,
05. Juni 2023

Der von uns mitinitiierte Fonds für innovativen Wissenschafts- und Datenjournalismus unter dem Dach der Wissenschaftspressekonferenz (WPK) startet in die dritte Antragsrunde. Bis zum 16. August 2023 können sich wissenschaftsjournalistische Pionier*innen in zwei Förderlinien mit ihren Zukunftsideen bewerben. In einem Stiftungsbündnis statten wir den Fonds für eine Laufzeit von drei Jahren jährlich mit 300.000 Euro aus.

Der WPK-Innovationsfonds Wissenschaftsjournalismus richtet sich an Pionier*innen, die im Wissenschafts- und Datenjournalismus neue Wege beschreiten wollen. Interessierte können finanzielle Unterstützung in zwei Förderlinien beantragen. In der Förderlinie A stehen bis zu 10.000 Euro für die Entwicklung kleinerer Ideen, in der Linie B bis zu 75.000 Euro für die Umsetzung größerer Vorhaben zur Verfügung.

Zusätzlich zur finanziellen Unterstützung bietet der Innovationsfonds kostenlose Beratung durch ein externes Expert*innennetzwerk an, zum Beispiel in steuerlichen, technischen oder juristischen Fragen. Der Fonds trägt so dazu bei, dass journalistische Gründer*innen im Wissenschafts- und Datenjournalismus bestmögliche Bedingungen für die Umsetzung ihrer Innovationsidee vorfinden.

Der WPK-Innovationsfonds richtet sich explizit an ein breites Publikum. Gemeinnützige Akteure können sich ebenso bewerben wie Einzelpersonen, privatwirtschaftliche Medienunternehmen, Universitäten, Journalistenschulen oder gemischte Teams. Die WPK freut sich auch über Antragstellende außerhalb des Journalismus (Programmierer:innen u. ä.), die Ideen für einen zukunftsfähigen Wissenschafts- und Datenjournalismus verwirklichen möchten. Eine unabhängige, siebenköpfige Jury begutachtet die Anträge.

Der Innovationsfonds hat eine Laufzeit von drei Jahren und wird jährlich zwei Mal ausgeschrieben. Die Arbeit des Fonds wird zudem mit einer transformativen Forschung durch die Bauhaus-Universität Weimar umfassend begleitet. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Forschungsprojekt.

In den ersten beiden Bewerbungsphasen im Sommer 2022 und Winter 2022/23 hatten jeweils um 30 Bewerberinnen ihre Ideen eingereicht, aus denen die unabhängige Jury insgesamt 14 Projekte ausgesucht hat. Für die ausgewählten Projekte hat die Jury bislang Fördermittel in Höhe von 450.000 Euro bewilligt; hinzu kommen Mittel für Beratungsleistungen, die die Bewerber:innen zusätzlich beantragen konnten.

Ausführliche Informationen zum Bewerbungsverfahren sowie zu den bislang geförderten Projekten finden Interessierte auf der Webseite des WPK-Innovationsfonds.

Die WPK ist Deutschlands Verband der Wissenschaftsjournalist*innen. Neben der Rudolf Augstein Stiftung und der WPK beteiligen sich folgende Stiftungen an der Initiative: Joachim Herz Stiftung, VolkswagenStiftung, Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, Schöpflin Stiftung, Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius. Die Joachim Herz Stiftung finanziert zudem die Fonds-Geschäftsstelle in den Räumen der WPK in Köln.