Journalismus

Impulse setzen

© Paul Lovis Wagner

Unabhängiger Journalismus ermöglicht Meinungsbildung. Im digitalen Zeitalter entstehen und vergehen Öffentlichkeiten auf Basis vernetzter Technologien. Der Journalismus ist deshalb permanent gefordert sich zu wandeln, um mit flüchtigen Öffentlichkeiten interagieren zu können. Gleichzeitig erleben wir eine Finanzierungskrise – vor allem für rechercheintensiven, gemeinwohlorientierten Journalismus.

Anzeigenbasierte Geschäftsmodelle funktionieren immer weniger. Als unabhängige Akteure der Zivilgesellschaft sind Stiftungen prädestiniert Qualitätsjournalismus zu fördern. Sie können Organisationen unterstützen, die versuchen mit neuen Ideen den Herausforderungen zu begegnen, um das Fundament unserer liberalen Demokratie zu stärken.

Der Media Forward Fund schreibt seine nächste Ausschreibungsrunde am 9. Februar 2026 aus. Gefördert werden gemeinwohlorientierte Medienorganisationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die mit einem konkreten Vorhaben journalistische Versorgungslücken schließen und ihre wirtschaftliche Tragfähigkeit nachhaltig stärken wollen.
Unterstützt werden Medien mit einem überzeugenden journalistischen Profil, innovativen Geschäftsmodellen und einem klaren Fokus auf bislang unterversorgte Zielgruppen. Im Zentrum stehen Vorhaben, die einen nächsten Entwicklungsschritt ermöglichen und zur langfristigen Stabilisierung unabhängiger Medien beitragen. Die Förderung beträgt bis zu 400.000 Euro. Bewerbungen sind bis zum 20. Februar 2026 möglich. Begleitend zur Ausschreibung finden Info-Events zur Orientierung und zum Bewerbungsprozess statt.

© Marco Larousse

Verabschiedung von Prof. Dr. Volker Lilienthal

Mit großem Dank haben wir im September Prof. Dr. Volker Lilienthal als Inhaber der Rudolf-Augstein-Stiftungsprofessur für Praxis des Qualitätsjournalismus an der Universität Hamburg verabschiedet. Die Professur wurde 2006 ins Leben gerufen, um das zu fördern, was Rudolf Augstein zeitlebens wichtig war: Qualitätsjournalismus, die Ausbildung journalistischen Nachwuchses und die Stärkung der demokratischen Öffentlichkeit.

In ihren Reden lobten Dr. Franziska Augstein und Hamburgs Kultur- und Mediensenator Dr. Carsten Brosda, wie konsequent Lilienthal Lehre und Praxis verband und Journalismus nicht nur reflektierte, sondern stärkte und weiterentwickelte. Ein besonderer Höhepunkt war die öffentliche Ringvorlesung „Sagen, was ist“, die als lebendiger Dialograum zwischen Hochschule und Gesellschaft diente und ein würdiger Schlussakkord seiner Professur wurde.

Prof. Dr. Lilienthal hat den Anspruch der Professur in herausragender Weise eingelöst und sie mit journalistischer Erfahrung und wissenschaftlicher Tiefe zu einer anerkannten Stimme für Qualitätsjournalismus gemacht. Wir danken Prof. Dr. Volker Lilienthal herzlich für seine Expertise und sein unermüdliches Engagement.

Was wir fördern

Uns leitet die Frage, wie wir im digitalen Zeitalter das journalistische Ökosystem bestmöglich unterstützen können. Dafür halten wir nach Projekten und Initiativen Ausschau, die eine Hebelwirkung entfalten können.

In unserer Förderpraxis heißt das, dass wir häufig schon im frühen Stadium

  • in journalistische Infrastrukturen investieren,
  • Projekte unterstützen, die in kluger Weise vernetzte Technologien nutzen,
  • Initiativen und Vorhaben fördern, die den Journalismus insgesamt stärken.

Wir engagieren uns dabei schwerpunktmäßig in drei Bereichen:

 

1. Investigativer Journalismus

Wir fördern Strukturen, die Journalist*innen dabei unterstützen Missstände und Machtmissbrauch aufzudecken. Viele unserer Förderprojekte stärken Kollaboration – über Ländergrenzen und Disziplinen hinweg. Denn eine globalisierte, vernetzte Welt erfordert auch im journalistischen Feld Zusammenarbeit.

2. Innovation

Wir ermöglichen Experimente – vom Erproben neuer Geschäftsmodelle und Methoden über das Eröffnen neuer Zugänge zum Feld bis zum Engagement mit der Community.

3. Nachwuchsförderung

Wir vergeben Stipendien an junge Talente. Nachwuchsjournalist*innen sollen sich dadurch voll auf ihre Ausbildung konzentrieren können. Zudem unterstützen wir Initiativen, die sich für mehr Diversität in Redaktionen einsetzen.

Fristen und Hinweise zur Antragstellung

Für die Projektförderung im journalistischen Bereich gibt es keine Einreichfristen. Sie können Ihren Antrag jederzeit einreichen. Hier erfahren Sie, welche Unterlagen wir benötigen. Bitte beachten Sie, dass für die Bewerbung um ein journalistisches Stipendium andere Fristen und Auswahlkriterien gelten.

Bitte vereinbaren Sie vor der Antragstellung einen kurzen telefonischen Beratungstermin, um die Förderfähigkeit Ihres Vorhabens zu besprechen (Beratungszeiten: Di/Mi 14:00-16:00 Uhr / Do 10:00-12:00 Uhr). Ihre Ansprechperson finden Sie hier.

Ob Ihr Projekt gefördert wird, erfahren Sie in der Regel spätestens zwölf Wochen nach Antragstellung per E-Mail.

Förderkriterien

Eingegangene Anträge werden nach den folgenden Kriterien beurteilt:

  • Originalität und Relevanz des Ansatzes
  • Potenzial, einen strukturellen Unterschied zu bewirken
  • Nachhaltigkeit der Methode oder des (Geschäfts-)Modells
  • Expertise der Beteiligten
  • Bereitschaft zur kritischen Reflexion, Weiterentwicklung und Vermittlung des eigenen Ansatzes

Was wir nicht fördern

  • Die Produktion journalistischer Inhalte
  • Recherche-Stipendien
  • Projekte außerhalb Europas
  • Medienkompetenzvermittlung

Journalistische Stipendien

Wir vergeben Stipendien an begabte Studierende und Promovenden, die das Berufsziel Journalist*in verfolgen. In erster Linie handelt es sich um finanzielle Unterstützung zur Deckung der Ausbildungskosten und des Lebensunterhalts. Zusätzlich bieten wir Vernetzungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Fristen und Hinweise zur Stipendienbewerbung

 

Die nächste Bewerbungsrunde für das Journalistische Stipendium startet voraussichtlich im Sommer 2026. Über den genauen Beginn der Bewerbungsphase informieren wir an dieser Stelle sowie in unserem Newsletter. Die Bewerbungsfrist endet am 13. September 2026. 

Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Bewerbung um ein journalistisches Stipendium.

Die Auswahl der Stipendiat*innen erfolgt in einem zweistufigen Verfahren: Im ersten Schritt werden die Bewerbungsunterlagen geprüft. Die aussichtsreichsten Bewerber*innen werden zu einem persönlichen Auswahlgespräch eingeladen. Folgende Kriterien sind für die Aufnahme in die Förderung entscheidend:

  • Journalistisches Talent
  • Intellektuelle und kommunikative Fähigkeiten
  • Leistungsbereitschaft und Motivation
  • Zusätzlich bei Promovierenden: wissenschaftliche Exzellenz

Die maximale Fördersumme beträgt 1.000 Euro pro Monat. Die Laufzeit des Stipendiums ist auf höchstens 24 Monate begrenzt.
Bei Fragen zur Bewerbung schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an kontakt@rudolf-augstein-stiftung.de

Vanessa Wormer

 

Das Stipendium hat mir ermöglicht, mich zu spezialisieren und nach einem Studium in den USA einen eher ungewöhnlichen Weg einzuschlagen: von der Lokalredakteurin zur investigativen Datenjournalistin.

Vanessa Wormer

Ausgewählte Förderungen