Geschlechtergerechtigkeit ist auch in den Künsten noch lange nicht erreicht. Gleich ob bei der Bezahlung, bei Präsentationsmöglichkeiten oder der Vergabe von Preisen: Erfolg hängt weiterhin auch vom Geschlecht der Künstler*innen ab. Mit unserer 2022 initiierten Förderlinie re:balance – Geschlechtergerechtigkeit in den Künsten setzen wir dem etwas entgegen.
Ziel ist es, über das Schaffen von Öffentlichkeit sowie über individuelles Mentoring im stark von persönlichen Netzwerken geprägten Kunstsektor Impulse für strukturelle Veränderung zu setzen. Zentrum der Förderlinie bildet das Mentoring-Programm für Künstler*innen, das ab September 2026 in die dritte Runde geht.
Dritte Runde von re:balance startet im September

Die Auswahl für unsere dritte Mentoringrunde re:balance ist abgeschlossen. Ab September 2026 bringen wir erneut 13 ambitionierte Nachwuchstalente mit erfahrenen Künstler*innen zusammen. Bis April 2027 arbeiten die Tandems an Fragen, die für die weitere künstlerische und berufliche Entwicklung der Mentees entscheidend sind. Im Mittelpunkt stehen der persönliche Austausch, individuelle Orientierung und der Zugang zu Erfahrungen und Netzwerken. Über die Teilnehmenden, ihre Zusammenarbeit und den Verlauf der dritten Mentoring-Runde werden wir hier regelmäßig berichten.
Das Mentoring-Programm
Das Mentoring-Programm richtet sich an ambitionierte Nachwuchstalente und erfahrene Künstler*innen mit hohem Potential an entscheidenden Wendpunkten ihrer Karriere (alle Frauen sowie trans, inter und nichtbinäre Menschen). Bewerben können sich Künstler*innen aller Sparten aus dem gesamten Bundesgebiet. Mit individuellem Mentoring durch profilierte Persönlichkeiten aus der Branche, Vernetzungsangeboten und Workshops unterstützen wir die teilnehmenden Künstler*innen (Mentees) dabei, einen Entwicklungssprung in ihrer Karriere anzubahnen.

Individuelles Mentoring
Kern des Mentorings sind die persönlichen Begegnungen zwischen Mentor*in und Mentee. Gemeinsam arbeitet jedes Tandem über sieben Monate an einer individuellen künstlerischen oder strategischen Fragestellung, die auf die nächsten Karriereschritte des*der Mentee einzahlen. Expertise und Erfahrung der Mentor*innen dienen dazu, die künstlerische Position und Selbstpräsentation der Mentees zu stärken, sie mit Entscheidungsträger*innen der Branche zu vernetzen und sie auf dem Weg zu ihren selbstgesteckten Zielen kompetent zu begleiten.
Gemeinsamer Auftakt und Abschluss
Wir verstehen re:balance als Ort der Vernetzung. Deshalb bringen wir bei der Auftakt- und Abschlussveranstaltung alle Mentor*innen und Mentees der jeweiligen Kohorte zusammen und miteinander ins Gespräch. Bei der Auftaktveranstaltung begegnen sich die Tandems zum ersten Mal. Wir starten gemeinsam ins Mentoring, blicken auf die kommenden Monate und sprechen über Erwartungen und Ziele. Beim Abschluss reflektieren wir die Lernreise der vergangenen Monate und feiern erreichte Meilensteine. So legen wir den Grundstein für ein Netzwerk, das über die Programmlaufzeit hinausträgt.

Workshop-Wochenende für Mentees
Zur Halbzeit des Programms treffen sich die Mentees zu einem Workshop-Wochenende. Das Wochenende dient der spartenübergreifenden Vernetzung der Mentees untereinander sowie der Reflexion des bisherigen Mentorings. Ein Workshopangebot, das Kompetenzen zu übergreifenden Themen wie Finanzierung, Verhandlungsgeschick und Selbstpräsentation sowie Strategien für den Umgang mit Diskriminierungserfahrung im beruflichen Kontext vermittelt, ergänzt die individuelle Tandemarbeit.

Ricardo Carmona
Künstlerischer Leiter Tanz im August

Dr. Yilmaz Dziewior
Direktor Museum Ludwig

Katja Lucker
Geschäftsführerin Initiative Musik

Constanza Macras
Choreografin

Anta Helena Recke
Regisseurin, Autorin

Isabelle Redfern
Schauspielerin, Regisseurin

Frauke Roth
Intendantin Dresdner Philharmonie

Anna Skryleva
Dirigentin, Komponistin, Pianistin

Sibylle Springer
Künstlerin

Jochen Strauch
Theaterregisseur, Executive Master in Arts Administration

Anna Wagner
Intendanz und Geschäftsführung Künstler*innenhaus Mousonturm

Franciska Zólyom
Direktorin Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig
Hinweise für die Bewerbung als Mentee
Die Auswahl für die dritte Runde unseres Mentoring-Programms ist abgeschlossen. Bewerbungen sind derzeit nicht möglich. Ob und wann eine weitere Mentoring-Runde ausgeschrieben wird, steht noch nicht fest. Sobald es hierzu Neuigkeiten gibt, informieren wir an dieser Stelle.
Das re:balance Mentoring-Programm richtet sich an Frauen sowie trans, inter und nichtbinäre Künstler*innen. Eine Bewerbung ist ausschließlich als Einzelkünstler*in möglich.
Auswahlkriterien
- Künstlerische Exzellenz
- Strategisches Interesse an Ihrer Karriere
- Klar formuliertes Anliegen
- Passung Ihres Anliegens mit der Expertise der Mentor*innen
- Entwicklungspotzenzial
- Originalität und Eigenständigkeit Ihres künstlerischen Ansatzes

Das Mentoring hat mir gezeigt, wie ich berufliche Schritte strategisch planen kann. Ich habe mich darin unterstützt gefühlt, Ziele bewusst für mich zu formulieren und mir auf dem Weg dahin Unterstützung zu suchen. Konkret bin ich dadurch die Anbahnung eines größeren Projektes angegangen – und es hat auch geklappt.
Hannah Baumann, Theatermacherin und Mentee der 2. Runde

