Geschlechtergerechtigkeit ist auch in den Künsten noch lange nicht erreicht. Gleich ob bei der Bezahlung, bei Präsentationsmöglichkeiten oder der Vergabe von Preisen: Erfolg hängt weiterhin auch vom Geschlecht der Künstler*innen ab. Mit unserer 2022 initiierten Förderlinie re:balance – Geschlechtergerechtigkeit in den Künsten setzen wir dem etwas entgegen.
Ziel ist es, über das Schaffen von Öffentlichkeit sowie über individuelles Mentoring im stark von persönlichen Netzwerken geprägten Kunstsektor Impulse für strukturelle Veränderung zu setzen. Zentrum der Förderlinie bildet das Mentoring-Programm für Künstler*innen, das ab September 2026 in die dritte Runde geht.
Das Mentoring-Programm
Das Mentoring-Programm richtet sich an ambitionierte Nachwuchstalente und erfahrene Künstler*innen mit hohem Potential an entscheidenden Wendpunkten ihrer Karriere (alle Frauen sowie trans, inter und nichtbinäre Menschen). Bewerben können sich Künstler*innen aller Sparten aus dem gesamten Bundesgebiet. Mit individuellem Mentoring durch profilierte Persönlichkeiten aus der Branche, Vernetzungsangeboten und Workshops unterstützen wir die teilnehmenden Künstler*innen (Mentees) dabei, einen Entwicklungssprung in ihrer Karriere anzubahnen.
Hinweise für die Bewerbung als Mentee
Das Mentoring-Programm geht von September 2026 bis April 2027 in die dritte Runde. Der Bewerbungszeitraum läuft bis einschließlich 19. April 2026.
Auswahlkriterien
- Künstlerische Exzellenz
- Strategisches Interesse an Ihrer Karriere
- Klar formuliertes Anliegen
- Passung Ihres Anliegens mit der Expertise der Mentor*innen
- Entwicklungspotzenzial
- Originalität und Eigenständigkeit Ihres künstlerischen Ansatzes
Ausschreibung und Bewerbungsformular
Weitere Informationen zur Bewerbung und den Rahmenbedingungen entnehmen Sie bitte der aktuellen Ausschreibung (PDF). Die Bewerbung ist ausschließlich über unser digitales Bewerbungsformular möglich, das wir am 16. März freischalten:
Bei Fragen zur Bewerbung helfen Ihnen unsere FAQ. Außerdem bieten wir zwei digitale Infoveranstaltungen an: am Montag, 23. März, um 11 Uhr und am Mittwoch, 15. April, um 15 Uhr. Hier können Sie sich zur Infoveranstaltung anmelden.

Das Mentoring hat mir gezeigt, wie ich berufliche Schritte strategisch planen kann. Ich habe mich darin unterstützt gefühlt, Ziele bewusst für mich zu formulieren und mir auf dem Weg dahin Unterstützung zu suchen. Konkret bin ich dadurch die Anbahnung eines größeren Projektes angegangen – und es hat auch geklappt.
Hannah Baumann, Theatermacherin und Mentee der 2. Runde

Individuelles Mentoring
Kern des Mentorings sind die persönlichen Begegnungen zwischen Mentor*in und Mentee. Gemeinsam arbeitet jedes Tandem über sieben Monate an einer individuellen künstlerischen oder strategischen Fragestellung, die auf die nächsten Karriereschritte des*der Mentee einzahlen. Expertise und Erfahrung der Mentor*innen dienen dazu, die künstlerische Position und Selbstpräsentation der Mentees zu stärken, sie mit Entscheidungsträger*innen der Branche zu vernetzen und sie auf dem Weg zu ihren selbstgesteckten Zielen kompetent zu begleiten.
Gemeinsamer Auftakt und Abschluss
Wir verstehen re:balance als Ort der Vernetzung. Deshalb bringen wir bei der Auftakt- und Abschlussveranstaltung alle Mentor*innen und Mentees der jeweiligen Kohorte zusammen und miteinander ins Gespräch. Bei der Auftaktveranstaltung begegnen sich die Tandems zum ersten Mal. Wir starten gemeinsam ins Mentoring, blicken auf die kommenden Monate und sprechen über Erwartungen und Ziele. Beim Abschluss reflektieren wir die Lernreise der vergangenen Monate und feiern erreichte Meilensteine. So legen wir den Grundstein für ein Netzwerk, das über die Programmlaufzeit hinausträgt.

Workshop-Wochenende für Mentees
Zur Halbzeit des Programms treffen sich die Mentees zu einem Workshop-Wochenende. Das Wochenende dient der spartenübergreifenden Vernetzung der Mentees untereinander sowie der Reflexion des bisherigen Mentorings. Ein Workshopangebot, das Kompetenzen zu übergreifenden Themen wie Finanzierung, Verhandlungsgeschick und Selbstpräsentation sowie Strategien für den Umgang mit Diskriminierungserfahrung im beruflichen Kontext vermittelt, ergänzt die individuelle Tandemarbeit.

Ricardo Carmona
Künstlerischer Leiter Tanz im August

Dr. Yilmaz Dziewior
Direktor Museum Ludwig

Katja Lucker
Geschäftsführerin Initiative Musik

Constanza Macras
Choreografin

Anta Helena Recke
Regisseurin, Autorin

Isabelle Redfern
Schauspielerin, Regisseurin

Frauke Roth
Intendantin Dresdner Philharmonie

Anna Skryleva
Dirigentin, Komponistin, Pianistin

Sibylle Springer
Künstlerin

Jochen Strauch
Theaterregisseur, Executive Master in Arts Administration

Anna Wagner
Intendanz und Geschäftsführung Künstler*innenhaus Mousonturm

Franciska Zólyom
Direktorin Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig
FAQ zur Bewerbung als Mentee
- Richtet sich das Mentoring-Programm nur an Nachwuchskünstler*innen?Nein. Das Programm richtet sich sowohl an ambitionierte Nachwuchstalente als auch an erfahrene Künstler*innen mit hohem Potenzial an Wendepunkten ihrer Karriere.
- Richtet sich das Programm nur an deutschsprachige Künstler*innen?Da die Programmsprache Deutsch ist, müssen entsprechend gute Deutschkenntnisse für eine Teilnahme vorhanden sein. Voraussetzung für die Bewerbung ist, dass Sie Ihren Arbeitsmittelpunkt in Deutschland haben.
- Richtet sich das Programm auch an Filmemacher*innen?Ja.
- Ist eine Bewerbung auch als Duo, Kollektiv oder Gruppe möglich?Nein. Die Bewerbung ist nur als Einzelperson möglich.
- Bis wann kann ich meine Bewerbung einreichen?Bewerbungsschluss ist der 19. April 2026.
- Wie kann ich meine Bewerbung einreichen?Bitte bewerben Sie sich ausschließlich über das digitale Bewerbungsformular. Bewerbungen, die uns auf anderem Wege erreichen, können wir leider nicht berücksichtigen. Sollte Ihnen eine Bewerbung über das Formular aus persönlichem Grund nicht möglich sein, nehmen Sie bitte zunächst Kontakt zu uns auf.
- Welche Informationen muss meine Bewerbung enthalten?– Vollständig ausgefülltes digitales Bewerbungsformular (Zeitaufwand ca. 60 Minuten, Zwischenspeichern möglich)
– Kurze Motivationsbegründung (max. 1 DIN-A4-Seite oder max. 2 Minuten Audio-Datei)
– Tabellarischer Künstler*innen-CV ohne Foto (max. 3 Din-A4-Seiten)
– Zwei Arbeitsproben, die für Ihre eigene künstlerische Position/Ihren Werdegang prägend sind, inkl. Begründung im dafür vorgesehenen Feld im Bewerbungsformular - Gibt es Vorgaben für die Arbeitsproben?Bitte reichen Sie kein umfassendes Portfolio ein. Wählen Sie zwei Arbeitsproben aus, die für Ihren Werdegang prägend sind. Begründen Sie die Auswahl im dafür vorgesehenen Feld im Bewerbungsformular. Eine Arbeitsprobe kann auch ein Werkzyklus, -serie, -reihe etc. sein. Bereiten Sie die Arbeitsproben so auf, dass diese wie von Ihnen gewünscht gesichtet werden können. Bei längeren Textproben, Filmen oder Aufzeichnungen von Performances empfehlen wir, dass Sie durch die Angabe von Seitenzahlen bzw. Timecodes einen Fokus setzen. Wenn Sie die Arbeitsproben per Link bereitstellen, achten Sie darauf, dass dieser bis zum Ende des Auswahlverfahrens abrufbar ist. Falls nötig, geben Sie das Zugangspasswort an. Beachten Sie bei der Gestaltung Ihrer Unterlagen, dass diese im Sichtungsprozess ggf. ausgedruckt werden.
- Kann ich meine Bewerbung auch auf Englisch einreichen?Ja. Da die Programmsprache Deutsch ist, müssen aber entsprechend gute Deutschkenntnisse für eine Teilnahme vorhanden sein. Bitte geben Sie uns eine Selbsteinschätzung Ihrer Deutschkenntnisse, wenn Sie die Bewerbung auf Englisch einreichen. Ein englischsprachiges Bewerbungsformular finden Sie hier.
- Wann werden die Mentor*innen für die Runde 2026/27 bekanntgegeben?Wir veröffentlichen die Mentor*innen Anfang April auf dieser Seite. Der Mentor*innenpool ist wieder spartendivers aufgestellt.
- Ist meine Teilnahme am Programm kostenfrei?Ja. Reisekosten innerhalb Deutschlands übernehmen wir für bis zu drei Tandemtreffen und alle weiteren Präsenztermine in der Gruppe.
- In welchem Zeitraum findet das Programm statt?Das Programm startet im September 2026 mit einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung in Hamburg und endet im April 2027.
- Welche Termine erwarten mich während der Programmlaufzeit?Von September bis April treffen Sie sich fünf Mal mit Ihrem*Ihrer Mentor*in. Ort und genaue Termine der Tandemtreffen legen Sie in Absprache mit diesem*dieser fest. Ergänzt werden die individuellen Treffen durch folgende Termine in der Gruppe: Eine gemeinsame Auftaktveranstaltung mit den Mentor*innen am 28. September 2026, ein digitaler Workshop im November, ein Workshop-Wochenende vom 5. bis 7. Februar 2027, ein gemeinsamer Programmabschluss am 26. April 2027. Eine aktive Teilnahme an allen Terminen ist für die Mentees verpflichtend.
- Gibt es Kinderbetreuung während der Mentoring-Veranstaltungen?Für Kinderbetreuung finden wir gemeinsam mit Ihnen individuell zugeschnittene Lösungen.
- Kann ich mir meine*n Mentor*in selbst aussuchen?Nein. Werden Sie ausgewählt, erhalten Sie ein Angebot zur Aufnahme ins Programm. Ein Fachgremium aus der Stiftung bestimmt gemeinsam mit den Mentor*innen, wem die Teilnahme am Programm mit welchem*welcher Mentor*in angeboten wird.
- Wann und wie werde ich über die Aufnahme ins Programm informiert?Wir benachrichtigen Sie Ende Juli per E-Mail.
- Welche Pflichten habe ich als Mentee?Sie nehmen aktiv an allen Programmpunkten teil und sind an den gesetzten Programmterminen verfügbar. Sie bereiten die Treffen mit Ihrem*Ihrer Mentor*in vor und nach, sodass diese*r Sie bestmöglich in Ihren Zielsetzungen unterstützen kann. Sie haben Kapazitäten zwischen den Treffen, um an der eigenen Fragestellung weiterzuarbeiten.
- Meine Frage taucht hier nicht auf. An wen kann ich mich wenden?Am 23. März und am 15. April bieten wir eine digitale Infoveranstaltung für interessierte Künstler*innen an. Dazu können Sie sich hier anmelden. Bei weiterführenden Fragen erreichen Sie Marina Contu (sie/ihr): marina.contu@rudolf-augstein-stiftung.de / 040 3007 2453. Beratungszeiten Di und Mi von 14-16 Uhr sowie Do 11-13 Uhr.


